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Archive for März, 2006

Vatikan beginnt Homojagd

New York Der Vatikan überprüft nach einem Bericht der “New York Times” alle 229 katholischen Priesterseminare in den USA auf homosexuelle Mitglieder. Die Zeitung zitierte Bischof Edwin O’Brien, der die Untersuchung leitet, mit den Worten, “alle, die in homosexuelle Aktivitäten verwickelt sind oder starke homosexuelle Neigungen haben”, sollten nicht in die Seminare aufgenommen werden. Der Vatikan sieht das Vorgehen als Antwort auf die Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester in den USA. Zugleich sollen die Ermittler auch Priester aufspüren, die von der Lehre der Kirche abweichen. In einem der Zeitung zugespielten Dokument wird berichtet, dass die Ermittler nicht nur mit allen Seminaristen über ihre eigene sexuelle Orientierung reden sollen sondern auch über die der Mitseminaristen. Die Befragung soll zudem auch Priester umfassen, die innerhalb der letzten drei Jahre in ihr Amt eingeführt wurden. Die Human Rights Campaign bezeichnete die Aktion als Hexenjagd und den Versuch, Schwule zum Sündenbock für Pädophilie zu machen. In diesem Monat will der Vatikan eine Richtlinie vorlegen, in denen Schwule generell als nicht fähig zum Priesteramt erklärt werden sollen.

St. Pölten: Outing rechtens

Wien Das österreichische Magazin “Profil” darf vorerst weiter von der Homosexualität mehrerer katholischer Priester berichten. Im Zusammenhang mit dem Auffinden von Kinderpornos im Priesterseminar St. Pölten hatte das Magazin das Foto zweier sich küssender Priester abgedruckt und über homosexuelle Kontakte von Regens Ulrich Küchl und Subregens Wolfgang Rothe zu Seminaristen berichtet. Diese hatten wegen übler Nachrede und öffentlicher Bloßstellung geklagt. Die Richterin sah die Kontake, auch aufgrund von Fotos, jedoch als bewiesen an. “Prälat Küchl ist für zwei Wochen mit seinem Schüler auf die Kanarischen Inseln auf Urlaub geflogen. Der Grund der Reise lag nicht im spirituellen Bereich; das war eine Liebesbeziehung”, so die Richterin Natalia Frohner. Küchl und Rothe kündigten Berufung beim Oberlandesgericht an.

KT Tunstall, die neue Lesben-Ikone

Newcomerin KT Tunstall schreibt tolle Songs. Mit dem Album “Eye To The Telescope” wird sie gerade als neue Lesben-Ikone gefeiert.

KT Tunstall gehört zu den großen Hoffnungen der englischen Singer/Songwriter-Szene. Starke Frauen, die nicht nur gut aussehen, sondern auch eine starke Stimme, gute selbst geschriebene Songs und viel Charisma im Gepäck haben, stehen derzeit ohnehin hoch im Kurs der Musikbranche. Lesbische und schwule Musikfans bekommen zudem auf dem Cover von Tunstalls aktueller CD “Eye To The Telescope” Hosenträger in schönsten Regenbogenfarben geboten. “Alle Lesben von San Francisco bis Berlin lieben diesen Look”, versichert Tunstall im Interview mit , auch wenn mittlerweile fest steht, dass die Sängerin einen Freund hat. Also eine heterosexuelle Lesben-Ikone – denn ihre Texte treffen trotzdem die Ladys ins Herz. “‘Heal Over’ ist zum Beispiel ein Liebeslied für eine Freundin von mir. Aber nicht ‘Liebe’ in dem Sinne, dass wir eine sexuelle Beziehung haben, sondern eine freundschaftliche. Aber dieses Lied wird natürlich besonders von Lesben geliebt – viele schreiben mir, dass sie es ihrer Freundin geschenkt haben”, beantwortet mir KT Tunstall die Frage, welches Lied in der englischen Gay-Community besonders gewünscht wird.

AT: Präsident fordert Begnadigung

Wien Der österreichische Bundespräsident Dr. Heinz Fischer hat Justizministerin Mag. Karin Gastinger aufgefordert, das Gnadenrecht bei Verurteilten nach Paragraf 209 “grosszügiger zu handhaben”. Mit dem Paragrafen waren bis zu seiner Abschaffung 2002 Homosexuelle für einvernehmlichen Geschlechtsverkehr bestraft worden. Noch immer seien 1.434 Männer und Frauen aufgrund des Paragrafen vorbestraft, 558 davon noch aus der Zeit vor 1971, als das Totalverbot von homosexuellem Sex aufgehoben wurde, recherchierte die Plattform gegen §209. Trotz mehrerer Urteile des EU-Menschengerichtshofs konnte sich die österreichische Regierung nicht zu einer Rehabilitierung und gar Entschädigung der Verurteilten durchringen. Die Plattform kritisierte, dass die Justizministerin nicht mal Gnadengesuche einiger Verurteilter an den Bundespräsidenten weitergeleitet hat. In einem Antwortschreiben an die Plattform nach einem Treffen im Februar bezeichnete der Präsident die Situation als “unbefriedigend”. In Deutschland sind Verurteilte aufgrund des Paragrafen 175 aus der Nazizeit rehabilitiert, aber nicht entschädigt worden. Homosexuelle, die danach aufgrund des Paragrafens verurteilt worden sind, sind bis heute nicht mal rehablitiert – dies lehnte zuletzt die rot-grüne Bundesregierung mit dem Hinweis ab, das Bundesverfassungsgericht habe den Paragrafen damals für rechtens gehalten.

Homo-Ehen-Bann gescheitert

Boston Eine gemeinsame Sitzung von Kongress und Senat hat im US-Bundesstaat Massachusetts eine Verfassungsänderung abgelehnt, die die Ehe als Verbindung von Mann und Frau definiert hätte. Nachdem Richter im Herbst 2003 die Ehe für Homo-Paare geöffnet hatten, haben Politiker immer wieder eine entsprechende Verfassungsänderung angekündigt. Homo-Aktivisten in den USA wollen sich auch noch nicht über die Entscheidung der beiden Parlamentskammern freuen, denn über eine weitere Verfassungsänderung wird später abgestimmt. Diese verbietet nicht nur Homo-Ehen, sondern auch die Eintragung von Lebenspartnerschaften mit ähnlichen Rechten. Bis jetzt haben sich rund 6.500 Homo-Paare in Massachusetts das Ja-Wort gegeben.

Schwarzenegger trifft Homos

San Francisco Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat Vertreter von Lesben- und Schwulenorganisationen in sein Büro geladen. Bei dem Gespräch am nächsten Mittwoch soll es um zahlreiche Fragen gehen, vor allem um die gesetzliche Öffnung der Ehe für Homo-Paare, zu der Schwarzenegger in der letzten Woche sein Veto angekündigt hatte. Die Homogruppen, die die Ablehnung kritisierten, begrüßten die Einladung. Noch ist offen, ob der Gouverneur selbst an dem Gespräch teilnimmt.

USA: Homophober Crime nun Hass

Washington Der amerikanische Kongress hat am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet, dass die existierende Gesetzgebung zu Hassverbrechen unter anderem auf Homos ausweitet. Zu Hate Crimes zählen nun auch Verbrechen gegenüber Menschen aufgrund ihrer Geschlechtsidentität, sexuellen Orientierung oder Behinderung. Das Gesetz erhielt Unterstützung von Demokraten und Republikanern und wurde mit 233 zu 199 Stimmen verabschiedet, der Senat muss noch abstimmen. In einem ersten Durchgang hatte der Kongress das Gesetz abgelehnt, nachdem es der Senat verabschiedet hatte.

Andy Bell: Das Mauerblümchen im Alleingang

Nein, das Ende von Erasure sei noch nicht gekommen, versichert Andy Bell im Interview mit Jan Gebauer von . Sein neues Album “Electric Blue” ist das erste Solo-Projekt seiner Karriere. Was uns ohne Vince Clarke erwartet, klärten wir im Gespräch. Ebenso die Fragen, ob er hinter Englands Labour-Partei steht, wie er das Starsein empfindet und was er von Ikonen wie Elton John und Barbra Streisand hält.

Wie denkst Du über Schubladen wie die der “Schwulen-Ikone”?

Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt stimmt. Wenn ich irgendwo hingehe, wird kein großer Wirbel daraus gemacht. Da lege ich auch keinen Wert drauf. Ich werde so behandelt wie jeder andere auch, was ich als angenehm empfinde.

Der Schritt in die Öffentlichkeit fällt dir also nicht schwer?

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Verwöhnen auf Bali

Denpasar Mit traditionellen Tempeln, einer atemberaubenden Landschaft und einer gut entwickelten Partyzone gehört Bali zu den Lieblingszielen der Australier; wird allerdings auch unter Europäern immer beliebter. “Gay Bali Tours” organisiert Touren exklusiv für schwul-lesbische Touristen. Die Veranstalter feiert derzeit seinen fünften Geburtstag und hat bereits über 5.000 Reisende mit gay-friendly Unterkünften sowie einem interessanten Reiseprogramm ausgestattet. Besonders empfehle sich die Insel für die Flitterwochen, so Jay von “Gay Bali Tours”. Die in Indonesien gelegene Insel ist anders als viele andere muslimische Länder tolerant gegenüber Homosexuellen.

Gayfriendly Provence

Aix-en-Provence Gute Nachrichten für Frankreich-Urlauber: Für Schwule und Lesben, die die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur bereisen möchten, gibt es nun eine neue Internetseite, in der man gayfriendly Hotels, Chambres d’hôtes, Restaurants und Bars oder Ferienwohnungen finden kann. Alle Mitglieder des Verbundes von Gay-Provence.org folgen einer Charta und sind so verpflichtet, Qualitäts-Standards einzuhalten. Über die Webseite kann man auch einen regionalen Gay-Führer in Druckform bestellen. In dieser Broschüre findet man unter anderem auch Angebote für den kleineren Geldbeutel.

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