April 1st, 2006
Dresden Ab dem 1. Oktober dürfen sich Schwule und Lesben nach einem Beschluss des Sächsischen Landtags in einem der 268 Standesämter das Ja-Wort geben. Bislang mussten sich Heiratswillige in einem der drei Regierungspräsidien in Dresden, Leipzig und Chemnitz verpartnern. Sachsen wird seit einem Jahr von einer großen Koalition regiert. Zuvor war eine CDU-Alleinregierung im Freistaat 2001 gegen das rot-grüne Lebenspartnerschaftsgesetz vor das Bundesverfassungsgericht gezogen; die Klage scheiterte jedoch.
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April 1st, 2006
Sacramento Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat seine Drohung wahr gemacht und ein Veto gegen das Gesetz zur Öffnung der Ehe im “Golden State” eingelegt. Er sagte, die Bevölkerung solle über die Ehe für Schwule und Lesben befinden, nicht das Parlament. “Das Gesetz hätte nur Verwirrung bei einem verfassungsrechtlichen Problem bedeutet”, begründet der republikanische Politiker seine Entscheidung. Hintergrund ist ein Gesetz aus dem Jahre 2000, das die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert - es war damals in einer Volksabstimmung mit klarer Mehrheit angenommen worden. Allerdings ist nach wie vor umstritten, ob es gegen den Gleichheitsgrundsatz in der kalifornischen Verfassung verstößt. Ein derartiges Gesetz oder gar “Eheschutzartikel” in Staatsverfassungen haben bereits 41 der 50 US-Staaten verabschiedet. “Der Gouverneur hat nur die Ehe-Gleichheit für kurze Zeit aufgehalten”, glaubt Geoffrey Kors von der Lobby-Gruppe Equality California, die im Parlament für die Öffnung der Ehe geworben hatte. Sowohl das Repräsentantenhaus als auch der Senat hatten in den vergangenen Wochen für die Öffnung der Ehe gestimmt. Die Kammern könnten das Veto Schwarzeneggers mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit außer Kraft setzen; eine solche Mehrheit ist allerdings nach Angaben von Analysten ausgeschlossen.
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April 1st, 2006
“Let’s Swing- Stars im Big Band Sound”
Swing kommt nie aus der Mode” – dieses Zitat von Wencke Myhre zur Aufnahme des Albums “Let`s swing – Stars im Big Band Sound” bringt es auf den Punkt. Und die internationalen Erfolge der Swing-orientierten Alben von Stars wie Michael Bublé oder Robbie Williams sind ein eindeutiger Indikator für die anhaltende Popularität dieser Musikrichtung.
Grund genug für eine ungewöhnliche Künstler-Riege wie Wencke Myhre, Francine Jordi, Semino Rossi, Karel Gott und Simone mit dem Album “Let`s swing – Stars im Big Band Sound” ein Zeichen zu setzen. So haben sie zusammen mit einer der renommiertesten Big Bands Deutschlands, der SWR Big Band, ein Album aufgenommen, das die Welt des Swing in seinen vielfältigen Formen wieder aufleben lässt. “Let`s swing – Stars im Big Band Sound” bietet neben Jazz-Klassikern wie “Besame Mucho” oder “Big Spender” auch bekannte Pop-Songs wie “Bad, Bad Leroy Brown” “Mrs. Robinson” “Super Trouper” im Swing-Gewand.
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April 1st, 2006
München Die bayerische Polizei beendet die Speicherung von sexueller Orientierung bei der Erfassung von Daten aus Strafanzeigen und Verkehrsstraftaten. Das ergab eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Helga Schmitt-Businger an die Staatsregierung. Bislang wurde der Zusatz “Homosexueller” oder bei Orten “Aufenthalt von Homosexuellen” gespeichert. Bayerns Innenminister Günther Beckstein habe offensichtlich “die späte Einsicht gewonnen, dass sich viele Personen erheblich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sahen”, so die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Sachsen und Brandenburg führen nach wie vor so genannte Rosa Listen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen haben nach eigenen Angaben bereits in den vergangenen Wochen die Sammlung von Daten Homosexueller eingestellt.
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April 1st, 2006
London Die britische Marine hat einem Soldaten mit dem Kriegsgericht gedroht, falls er beim Schönheitswettbewerb “Mr. Gay UK” teilnehmen sollte, berichtet die britische Boulevardzeitung “Sun”. Der 25-jährige Richard Cowell, Waffenentwickler auf dem Kriegsschiff HMS Northumberland, hat sich als Mr. Plymouth zur Endausscheidung qualifiziert. Die Royal Navy argumentiert in einer Stellungnahme: “Es ist nicht angemessen für einen Offizier, in einem Wettkampf mit einem sexuellen Thema teilzunehmen.” Cowell selbst darf auf Anweisung seiner Vorgesetzten nicht mit der Presse sprechen, sein 18-jähriger Partner Sean Wright sagte aber der “Sun”: “Die Marine behauptet, sie sei schwulenfreundlich, aber scheinbar nur, wenn man sich nicht schwul verhält”.
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April 1st, 2006
Göttingen/Köln Rainer Marbach und Gunter Demnig erhalten für ihren Einsatz das Bundesverdienstkreuz, die höchste zivile Ehrung in Deutschland. Marbach, dem bereits am Mittwoch die Auszeichnung im Waldschlösschen bei Göttingen entgegen genommen hat, hatte sich viele Jahre im Schwulen Forum Niedersachsen für die Interessen von schwul-lesbischen Selbsthilfegruppen eingesetzt. Erfolge seiner Tätigkeit in diesem Rahmen sind u.a. die Einrichtung der Stelle eines “Schwulenreferenten” im Niedersächsischen Sozialministerium und die Absicherung der Förderung für Selbsthilfegruppen aus Landesmitteln über viele Jahre. Am 4. Oktober erhält auch der Künstler Gunter Demnig den Verdienstorden für seine Aktion “Stolpersteine”. In dem Projekt werden die Steine vor ehemaligen Wohnungen von Opfern des NS-Regimes verlegt. Sie sind mit Messing überzogen, auf dem die Namen der Opfer eingraviert sind. Damit soll an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, Zigeunern, politisch Verfolgten, Euthanasie-Opfern, Zeugen Jehovas und Homosexuellen erinnert werden.
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April 1st, 2006
1000 Bücher, die die Welt bewegn – viele davon wurden von Schwulen geschrieben. Wir stellen “Das Buch der 1000 Bücher” vor.
Platon war es, Oscar Wilde erst Recht, bei Shakespeare wird es vermutet und bei Truman Capote sprang es einem förmlich ins Gesicht. Sie alle haben “es” gemeinsam – sie waren schwul. Noch viel entscheidender ist aber die Tatsache, dass die genannten Herren in ihrer Zeit zu den herausragendendsten Literaten zählten und auch heute noch Weltruhm genießen. “Das Buch der 1000 Bücher” ist natürlich keine Sammlung von schwulen Literaten der Menschheitsgeschichte, sondern eine auf den ersten Blick sehr gewagte Zusammenstellung von “1000 Büchern, die die Welt bewegten”, wie es so schön auf der Rückseite des Umschlags heißt. Berücksichtigt wurden nicht nur Romane, sondern auch bedeutende Novellen, eigenständige Lyriksammlungen und Kinderbuchklassiker, populäre Sachbücher, Reiseberichte und bedeutende Monografien. Selbst die großen “anonymen” Werke der Kulturgeschichte wie die “Bibel”, der “Koran”, das “Nibelungenlied” oder das “Gilgamesch-Epos” werden in der Enzyklopädie behandelt. Dass Schwule in der Geschichte der Literatur ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen haben, steht außer Frage und so wird ihnen auch in dem “Buch der 1000 Bücher” gebührend Platz eingeräumt.
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April 1st, 2006
Eine tolle britische Sängerin, mit viel Gefühl und Ausdruck in der zarten Stimme: Katie Melua. Ihr neues Album: “Piece By Piece”.
Das nennt man perfektes Timing: Gerade war Katie Melua noch auf Tour durch Deutschland, nun erscheint pünktlich am 23. September das neue Album “Piece By Piece”. Zwölf frische Songs, die Melua teilweise bereits bei ihren Konzerten präsentierte – so auch die neue Single “Nine Million Bicycles”. Wieder hat die Engländerin mit georgischer Abstammung zusammen mit Mike Batt gearbeitet, der die meisten Kompositionen, Texte und auch die Produktion verantwortet hat. Noch mehr als bei ihrem Debüt hat sich Melua aber auch selbst in das Album eingebracht. Immerhin fünf Lieder hat sie selber oder mit Hilfe von Batt geschrieben. Das zeigt, dass man die Künstlern langsam aufbaut und ihr auch zutraut als Songschreiberin zu wachsen.
Die Song bewegen sich musikalisch wie schon auf dem Debüt zwischen leichtem, balladesken Pop und Jazz sowie deutlichen Blues-Spuren. Allerdings präsentiert Melua ihre Musik wieder sehr intim und ruhig. Herausragende Beispiele sind neben dem zärtlichen “Nine Million Bicycles”, “Spider’s Web” und “Halfway Up The Hindu Kush” – Songs die sie auch schon bei ihren Live-Konzerten zum Besten gab. Die Atmosphäre stimmt und Melua wird damit sicher wieder die internationalen Charts erobern und sich einen sehr eigenen Platz neben Kolleginnen wie Norah Jones sichern.
Fazit: Rundum gelungenes zweites Album von Katie Melua mit feinen Balladen, die durch die zarte Stimme der Sängerin gewinnen.
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April 1st, 2006
Das Geschwister-Quartett The Corrs hat mit “Home” eine Sammlung von Folk-Songs aufgenommen.
Bereits mit dem Titel des neuen Albums “Home” machen The Corrs klar, welchen musikalischen Weg sie eingeschlagen haben: zurück zu den Anfängen – zurück zum Folk ihrer Heimat Irland. Dabei bedienen sich die vier Geschwister aber keineswegs aus dem hinlänglich bekannten Klassiker-Fundus der Insel, sondern wählten bewusst weniger bekannte Songs aus. Um eines vorweg zu nehmen, The Corrs sind trotz ihrer Ambitionen und durchaus vorhandenen folkloristischen Einflüsse nun nicht zur Hardcore-Folk-Kapelle mutiert. Die zuletzt doch sehr deutlichen Pop-Pfade haben sie nicht ganz verlassen, auch wenn hier und da Fideln Gebrauch finden oder andere traditionelle Instrumente wie Flöten zum Einsatz kommen. Dafür lieben Andrea, Jim, Sharon und Caroline viel zur sehr ihre üppigen Streicher-Teppiche. Dazu die hinreißend süßliche Lead-Stimme Andreas – die natürlich einen kräftigen Mainstream-Aspekt hinzu adiert.
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April 1st, 2006
Kapstadt Zwei HIV-positive, schwule Männer haben erfolgreich den höchsten Berg Afrikas bestiegen. Paddy Nhlapo und Richard Yell wollten mit dem Erklettern des Kilimandscharo zeigen, dass man auch mit einer HIV-Infektion Höchstleistungen erbringen kann. Paddy und Richard hätten gezeigt, dass Aids “nicht den Horizont begrenzen und Träume beenden” muss, freute sich das Gesundheitsministerium Süd-Afrikas. Nhlapo, der vor seiner Infektion als TV-Moderator arbeitete, und der Aktivist Yell trafen auf großes Medieninteresse, selbst ein Eintrag im “Guiness Book of World Records” steht ihnen nun bevor. Yell war in letzter Sekunde für einen anderen schwulen Mann eingesprungen, der aufgrund einer Umstellung der HIV-Medikamente geschwächt war.
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