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Oktober 30th, 2006G.A.L.A. 2006: Auszeichnung geht an die Obfrau des Vereins After AIDS
Oktober 30th, 2006
Der heuer zum siebten Mal vergebene und von der HOSI Linz gestiftete und aus eigenen Mitteln dotierte Preis wurde von einer unabhängigen Jury heuer der 40jährigen Diplom. Sozialarbeiterin Helga Ratzenböck zuerkannt. Ratzenböck, lange Jahre Leiterin des Projektes LENA der Caritas der Diözese Linz, erhielt den Preis für ihr langjähriges Engagement für HIV-Positive und an AIDS Erkrankte im Rahmen des von ihr initiierten Vereins After AIDS. Sie erhielt den Preis im Rahmen eines Festaktes am Samstag, den 28.10.2006 im Alten Rathaus in Linz feierlich überreicht.
In der Jurybegründung heiszlig;t es unter anderem: Sie arbeitet nicht nur für die Menschen, sondern vor allem auch mit den Menschen. Ihre Leistung heiszlig;t Zusammenbringen von Menschen. Sie wirkt als Integrationsfigur über mehrere Szenen hinweg: homo- und heterosexuell, Prostituierte, HIV-negativ und -positiv, InländerInnen und AusländerInnen. Als heterosexuelle Frau engagiert sie sich wie selbstverständlich für gerechte Lebensbedingungen für Lesben und Schwule, Bisexuelle und TransGender-Personen, war sie doch auch die bisher einzige nicht-homosexuelle Person im Vorstand der HOSI Linz. Viele sind von ihrer Arbeit für Diskriminierte begeistert, viele schätzen ihren Rat und Beistand in persönlichen Krisen. Sie stärkt ihnen den Rücken, gerade wenn sie es am nötigsten brauchen. Dafür wird sie geachtet und geliebt, doch hält sie ihre Person stets im Hintergrund. Sie ist ein Musterbeispiel an Selbstlosigkeit. Die Jury will ihr persönliches Beispiel, nämlich das vielfältige Engagement für Gerechtigkeit und Akzeptanz für alle Menschen, auch unbeschadet deren sexueller Orientierung oder Identität, einer breiteren öffentlichkeit vorstellen.
Mit Helga Ratzenböck wird heuer eine Frau ausgezeichnet, die seit der ersten Preisverleihung noch jedes Jahr nominiert wurde - alleine das sagt schon vieles darüber aus, welche Wertschätzung ihre Arbeit genieszlig;t. Sie reiht sich mit ihrem selbstlosen und ausschlieszlig;lich ehrenamtlichen Engagement für Gerechtigkeit und die Akzeptanz von oftmals ausgegrenzten und tabuisierten Minderheiten in die Reihe der bisherigen PreisträgerInnen würdig ein, freut sich der Vereinssprecher der HOSI Linz, Mag. Gerhard Labacher. Wir bitten mit diesem Preis Helga Ratzenböck daher vor den Vorhang, um ihr zu danken, zu gratulieren und sie zu bitten, auch weiterhin so engagiert für Menschlichkeit und speziell die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung für Lesben, Schwule und TransGender-Personen einzutreten!
Der Gay And Lesbian Award (G.A.L.A.) ist ein Preis für besondere Verdienste um die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Lesben und Schwulen in österreich sowie den Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung. Der Preis wird seit 2000 aus Mitteln der HOSI Linz dotiert und wird in Form einer goldenen Anstecknadel und einer Urkunde verliehen.
Die bisherigen PreisträgerInnen sind: 2000: Helga Pankratz, Aktivistin und Vorstandsmitglied der HOSI Wien, Wien | 2001: Dr. Helmut Graupner, Rechtsanwalt, Präsident des Rechtskomitees Lambda, Wien | 2002: Gertrude Kopf, langjährige Vorsitzende des Katholischen Familienwerks Oö, Linz | 2003: Barbara Reumüller, Leiterin des lesbisch-schwulen Filmfestivals identities, Wien | 2004: Mag. Elisabeth Vormayr und die SchülerInnen des Ethiklehrganges der HBLA Landwiedstraszlig;e, Linz | 2005: Albert Knoll, Historiker an der NS-Gedenkstätte Dachau, München
Nominiert waren weiters 2006: Dr. Rainer Bartel, HOSI-Aktivist, Linz | Alison Brown, Sängerin, Obfrau Autonomes Frauenzentrum Linz | Tommy Chico, Entertainer, Wien | Gregor Faistauer, Lehrer, Obmann HOSI Salzburg, Salzburg | Dr. Helmut Graupner, Rechtsanwalt, Präsident RKL, Wien | Ulrike Lunacek, Dolmetscherin, Abg. z. NR, Bundessprecherin Grüne Andersrum, Wien | Karl M. Sibelius, Schauspieler, Linz | Günter Tolar, Autor, Bundesvorsitzender SoHo, Wien | Johannes Wahala, Katholischer Theologe, Pädagoge, Sexual- und Psychotherapeut (Systemische Familientherapie, Psychodrama), Leiter der Beratungsstelle Courage, Wien | Ewald Widi, Polizist, Gründer Gaycops Austria, Wien
Kate Moss wertvoller als die Monroe?
Oktober 29th, 2006
London - Wenn Original-Bilder von Andy Warhol versteigert werden, gehen in der Regel Unsummen über den Auktionstisch. Jetzt erzielen auch Künstler Rekordpreise, die einfach nur den Stil Warhols kopieren. Der britische Straßenkünstler und Anhänger der Popkultur Banksy ist ein solcher Kopierer. In dieser Woche hat er für ein Gemälde umgerechnet rund 75.000 Euro geboten bekommen. Erwartet wurden auf der Auktion bei Sotheby’s höchstens 15.000 Euro. Statt Marilyn Monroe, die auf dem Warhol-Original vierfach in schreiend bunten Farben zu sehen ist, prangt die Banksy stattdessen das Konterfei von Kate Moss. Banksy macht eigentlich nichts anderes, als ein Prinzip der Popkultur anzuwenden: Jede Kopie ist ein weiteres Original. Warhol hat nichts anderes getan. Dereinst von einem Reporter befragt, warum er denn bei seinen berühmten Brillo Boxen einfach nur repliziert hat, statt etwas Neues zu kreieren: “Weil es einfacher ist”. (cs)
Tory-Politiker geoutet
Oktober 29th, 2006
London - Einer der führenden britischen Konservativen, der bislang häufig gegen Homo-Gesetze gestimmt hat, ist von der Boulevardzeitung “Sun” geoutet worden. Der 39-jährige Greg Barker, umweltpolitischer Sprecher seiner Partei, habe seine Frau nach 14 Ehe-Jahren verlassen und sei mit deren 32-jährigem Innenarchitekten durchgebrannt, meldet das Blatt. Barkers Partner habe auch an offiziellen Reisen teilgenommen. Weder er selbst noch die Partei kommentieren die Vorkommnisse, da es sich dabei um “Privatangelegenheiten” handele. Homo-Aktivisten fordern den Politiker nun zu einem offiziellen Coming-out auf. “Er hat zuvor gegen die Homo-Gleichstellung gestimmt und sich selbst als Familienmann präsentiert. Das war heuchlerisch, da er im Geheimen schon schwul gewesen war”, sagte Peter Tatchell von der Gruppe Outrage. “In letzter Zeit hat er aber für Homo-Rechte gestimmt. Ich denke, wir sollten dankbar sein, dass er sich geändert hat. Wollen wir hoffen, dass das so bleibt”. 2002 hat Barker beispielsweise gegen die Aufhebung der umstrittenen Section 28 gestimmt, die die Diskussion über Homosexualität in Schulen verboten hatte. 2004 hat er sich aber erstmals als Homo-Befürworter hervorgetan, als er für die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften stimmte. Eine britische Website, die das Wahlverhalten von Abgeordneten analysiert, beziffert sein antischwules Stimmverhalten aber nach wie vor auf 60 Prozent. (dk)
Bush will “heilige” Ehe verteidigen
Oktober 29th, 2006
Des Moines - US-Präsident George W. Bush hat bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa gesagt, er wolle die “heilige Institution” Ehe verteidigen und schimpfte auf “zu aktive Richter”. Anlass war die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes von New Jersey, der das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben am Mittwoch als verfassungswidrig einstufte (a href=http://www./news_detail.php?article_id=5829 class=”bodytoplinks”> berichtete/a>). Dieses Urteil “zieht die Institution Ehe in Zweifel”, argumentierte der Präsident. “Ich glaube, die Ehe ist eine Verbindung zwischen Mann und Frau. Ich glaube, es ist eine heilige Institution, die wichtig ist für die Gesundheit und das Wohlergehen von Familien. Daher muss sie verteidigt werden.” Bush ist für eine Änderung der Bundesverfassung, mit der jegliche Homo-Ehen verboten werden sollen. Damit scheiterte er aber mehrmals im Kongress (a href=http://www/news_detail.php?article_id=4968 class=”bodytoplinks”> berichtete/a>). Bislang hat nur Massachusetts die Ehe geöffnet, mehrere Staaten bieten Eingetragene Partnerschaften an. (dk)
Union bleibt altbacken
Oktober 29th, 2006
Berlin - Die Oppositionsparteien FDP und Bündnisgrüne bezweifeln, dass die Programmdiskussion in der Union zur Öffnung der Partei für Schwule und Lesben führt. “Die Union spekuliert darauf, dass Alleinerziehende und Homosexuelle mit warmen Worten und Familiensplitting für die Union zu ködern sind”, erklärte Volker Beck, der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen. “So billig sind die Menschen nicht zu haben. Für das Ankommen in der Moderne werden sich die Konservativen schon etwas mehr häuten müssen.” In der Sache wolle die Union eine weitere Gleichstellung von Schwulen und Lesben verhindern. “Wer diskriminiert, soll nicht von Anerkennung sprechen. Das ist Heuchelei! Und genau diese Heuchelei will Pofalla zum Programm machen”, so Beck. Michael Kauch, Vorsitzende des FDP-Bundesfachausschusses Soziales, nennt das neue CDU-Programm eine “Mogelpackung”. “Mit liberaler Familien- und Gesellschaftspolitik hat das nichts zu tun. Die selbstverständliche Anerkennung der gesellschaftlichen Realität ist noch kein Engagement für wirkliche Gleichstellung”, so der Bundestagsabgeordnete aus Dortmund. Auch er kritisiert, dass die Union Schwulen und Lesben das Leben weiter schwer machen wolle: “Es ist eine Schande, dass eine nach ihrem Selbstverständnis christliche Partei wie die CDU bisher sogar eine Gleichstellung im Erbschaftsteuerrecht verweigert. So werden Menschen, die ihren Partner bis zum Tod gepflegt haben, bei der Erbschaftsteuer wie Fremde behandelt und dadurch oft gezwungen, etwa die gemeinsame Eigentumswohnung zu verkaufen”, erklärt Kauch. (dk)
Frau Zypries, wer ist Familie, wer nicht?
Oktober 29th, 2006
Im Interview: Die Justizministerin zu den neuen Regelungen bei Antidiskriminierung und Förderalismus
Vom LSVD/
Beamte, Richter und Soldaten, sie alle müssten nun vom neuen Allgemeinen Gleichbehand-lungsgsetz profitieren, denn sie sind bislang nicht ihren heterosexuellen Kolleginnen und Kollegen gleichgestellt. Dafür müssen aber noch praktische Dinge geregelt werden bei Bund und Land Was zu tun ist und was getan wurde, das erläutert Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) im Interview mit dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD).
Mit dem AGG sind Lebenspartner von Beamten und Richtern des Bundes sowie Soldaten im Beihilferecht gleichgestellt worden. Dennoch wollte das BMI zunächst diese Fortschritte durch die Novellierung des Bundesbeamtengesetzes zurücknehmen. Heißt das, die Geltungskraft des AGG hat die Bundesregierung überrascht?
Nein, denn das AGG hat nichts an den geltenden besoldungs-, versorgungs- und beihilferechtlichen Bestimmungen des Beamtenrechts geändert. Und diese Vorschriften sehen eine Gleichstellung von Lebenspartnern mit Ehegatten bisher nicht vor. Daran wird auch die aktuelle Einfügung eines neuen § 79a in das Bundesbeamtengesetz nichts ändern, die Sie ansprechen. Bei diesem Vorhaben geht es allein darum, rechtzeitig den Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts gerecht zu werden. Das Gericht hatte entschieden, dass es nicht ausreicht, wenn die Beihilfe wie bisher in Allgemeinen Verwaltungsvorschriften geregelt ist, sondern dass man dafür ein Gesetz brauche. Dafür liegt ein Vorschlag vor, der jetzt im Parlament beraten wird.
Wird der Begriff “Familie” in dem neuen Beamtenstatusgesetz so umschrieben werden, dass davon auch Lebenspartner eindeutig umfasst werden?
Vielleicht ein Satz zur Erläuterung: Das Beamtenstatusgesetz, dessen Entwurf das Bundeskabinett gerade beschlossen hat, betrifft das Statusrecht der Beamtinnen, Beamten, Richterinnen und Richter in den Ländern. Beim Statusrecht geht es um die grundlegenden Fragen der Stellung der genannten Berufsgruppen. Weiter reicht die Gesetzgebungskompetenz des Bundes seit der Föderalismusreform im Sommer dieses Jahres nicht mehr. Einzelfragen wie Laufbahnen, Besoldung und Versorgung werden daher künftig von den Ländern selbst geregelt. Das Beamtenstatusgesetz zählt es zu den grundlegenden Pflichten des Dienstherrn, für das Wohl der Beamtinnen und Beamten und ihrer Familien zu sorgen. In den Verhandlungen um den Gesetzentwurf haben wir eine Klarstellung in der Gesetzesbegründung durchgesetzt: “Familie” meint alle “Familienangehörigen”. Dazu zählen nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz nicht nur die Ehepartner, sondern die auch die eingetragenen Lebenspartner. Insoweit haben wir also die erwünschte Gleichstellung erreicht.
Bisher hat das Beamten-, Richter- und Soldatenrecht Lebenspartner in weiten Teilen nicht anerkannt. Homosexuelle Partner sind bei der Besoldung nicht gleichgestellt. Zu-dem hat der Lebenspartner beim Tod eines Soldaten oder Beamten anders als ein Ehepartner keinen Anspruch auf Hinterbliebenenpension. Werden sich diese Ungerechtigkeiten durch das neue Gesetz ändern?
Wie Sie wissen, bin ich für die besoldungs- und versorgungsrechtliche Gleichstellung eingetragener Lebenspartner. Allerdings sind die Spielräume des Bundesgesetzgebers seit der Föderalismusreform wie gerade beschrieben kleiner geworden. Der Entwurf des Beamtenstatusgesetzes wird bei der Besoldung und Versorgung der Landes- und Kommunalbeamten deshalb leider keinen unmittelbaren Fortschritt bringen, denn der Bund darf diese Bereiche nicht mehr regeln. Das ist allein Sache der Länder. Für Verbesserungen auf Bundesebene werde ich mich aber weiter nachdrücklich einsetzen.
26.10.2006/
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