März 31st, 2007

New York – Mitte Mai soll im New Yorker Auktionshaus ein Werk des schwulen Malers Francis Bacon an den Mann gebracht werden. Es wird mit einer Verkaufssumme von mindestens 22 Millionen Euro gerechnet.
Damit könnte ein bisheriger Rekorderlös von 20 Millionen Euro gebrochen werden, der erst im vergangenen November mit dem Verkauf eines Bildes des Künstlers Willen de Kooning aufgestellt wurde. Kooning wie Bacon sind damit die ertragreichsten Nachkriegskünstler.
Unter den Hammer kommt das Motiv “Study from Innocent X”, ein Bild aus dem Jahre 1962, das aus der Reihe der Papstbilder stammt, die Bacon eine Weile als Hauptthema bearbeitet hatte. Das Gemälde wird von einem unbekannten Sammler verkauft, dessen Familie es vor über 30 Jahren erstanden hat.
Francis Bacon (1909 – 1992) gilt als einer der bedeutendsten gegenständlichen Maler des 20. Jahrhunderts. In die Schlagzeilen geriet er durch die Affäre mit seinem Model, dem Arbeiter George Dyer. (cw)
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März 31st, 2007

Hamburg – Ein Paar kann für bis zu einem Jahr zur Probe zusammenziehen, ohne dass beim Arbeitslosengeld II Einkommen und Vermögen angerechnet werden müssen. Das entschied das Landessozialgericht Hamburg nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa. Das Urteil gilt auch für Homo-Paare, sofern sie keine Eingetragene Partnerschaft eingegangen sind. Somit erhielte ein Hartz-IV-Empfänger die staatliche Unterstützung weiter, auch wenn sein Partner einen gut bezahlten Job inne hätte. Bei dem Zeitraum von einem Jahr handele es sich aber um keine starre Zeitgrenze, ergänzten die Richter. Bestünden Anzeichen, dass es sich bei dem Paar schon früher um eine Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft handelt, liege eine Bedarfsgemeinschaft vor, bei der Einkommen und Vermögen verrechnet werden müsse. Die Entscheidung ist rechtskräftig (Aktenzeichen: L 5 B 21/07 ER AS). (dk)
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März 31st, 2007

Brüssel – Ein wallonisches Schulbuch, in dem Kemal Atatürk als schwul bezeichnet wird, hat zu Verstimmungen zwischen Belgien und der Türkei geführt. Marie Arena, die Bildungsministerin für den französischsprachigen Teil des Landes, hat den Einbeziehung des Gründers der modernen Türkei in das 144-seitige Buch “Kampf gegen Homophobie” bereits als “Fehler” bezeichnet. Darin ist eine Liste von historischen Schwulen abgedruckt, unter ihnen auch mehrere Päpste, Leonardo da Vinci und Johann Wolfgang von Goethe. “Quelle für diese Liste war eine Website aus Kalifornien. Leider haben die Macher des Buches die Informationen nicht gegengecheckt. Es war ein ‘Copy and Paste’-Unfall”, so die Ministerin zur Zeitung “Zaman”. Ein Sprecher der türkischen Botschaft in Brüssel erklärte die Sache damit als erledigt: “Diese Angelegenheit ist sehr heikel, aber die belgischen Behörden haben ihren Fehler schließlich eingestanden.” Das Buch war noch nicht an die Schulen ausgeliefert worden. Erst Anfang des Monats sorgten griechische Internet-Videos für Unruhe, in denen Atatürk als schwul bezeichnet wurde. Im Land wurde sogar für kurze Zeit “YouTube” gesperrt, auf denen diese Videos zu finden waren (a href=http://www./news_detail.php?article_id=6537 class=”bodytoplinks”> berichtete/a>). Die Verunglimpfung Atatürks oder des Türkentums ist in dem EU-Anwärterland illegal und kann mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden. (dk)
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März 31st, 2007

London – Zum ersten Mal seit rund 200 Jahren zweifelt die katholische Kirche in Großbritannien an, ob es sich vereinbaren lässt, Katholik und Brite zu sein. Grund ist das Antidiskriminierungsgesetz, das in einem Monat in Kraft treten soll und Schwulen und Lesben gleichen Zugang zu Waren und Dienstleistungen zusichert (a href=http://www./news_detail.php?article_id=6626 class=”bodytoplinks”> berichtete/a>). Kardinal Cormac Murphy-O’Connor, Chef der Katholiken in England und Wales, sagte am Mittwoch in einem Vortrag, dass die Regierung “eine andere Form von Demokratie will, nämlich eine, in der Vielfalt und Gleichheit mit Religion in Konflikt stehen.” Er beklagte, dass christliche Arbeit in Großbritannien so gut wie unmöglich sei: “Wenn Christen ihrem Glauben folgen, gelten sie als intolerante Dogmatiker. Wenn sie sündigen, gelten sie als Heuchler. Wenn sie sich für die Armen einsetzen, gelten sie als schwachsinnige Gutmenschen. Wenn sie die Familie verteidigen, gelten sie rechtslastige Reaktionäre”, so O’Connor nach Angaben der “Daily Mail”. Der Kardinal setzte sich insbesondere dafür ein, dass katholische Adoptionsagenturen weiter schwul-lesbische Paare ablehnen sollen. Das wäre nach dem Antidiskriminierungsgesetz jedoch verboten. Wenn die Kirche diesen Kampf verliere, “ist es schwierig sich vorzustellen, wo das einmal enden wird”, so der Kardinal. Er äußerte die Befürchtung, dass mit dem angeblichen Verlust der Werte auch die Demokratie untergehen könnte. (dk)
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März 31st, 2007

Die US-Demokraten rüsten zum Kampf um die Präsidentschaft. Und Homo-Gruppen stehen wie die Wähler vor der Entscheidung.
Von Dennis Klein/
Derzeit kennt die demokratische Partei allen Umfragen zufolge nur zwei aussichtsreiche Kandidaten: Senator Barack Obama aus Illinois und Senatorin Hillary Clinton aus New York. Würde einer von ihnen kommendes Jahr nominiert, wäre das eine Premiere: Weder ein Schwarzer noch eine Frau hat für eine der großen Parteien um die Präsidentschaft gekämpft. Was würde das für die schwul-lesbische Minderheit bedeuten?
Homo-Gruppen buhlen auf jeden Fall schon mal um die Gunst der Kandidaten wie selten zuvor. Doch mit wem soll man sich verbünden? In seiner neuesten Ausgabe fragte das Homo-Organ “The Advocate” auf der Titelseite “Wer ist schwuler?”. Die Antwort blieben die Autoren schuldig. Denn immerhin unterscheiden sich die Positionen der beiden nur minimal: Sowohl Obama als auch Clinton sind gegen die Öffnung der Ehe. Nach den Erfahrungen des Präsidentschaftswahlkampfs von 2004 wird das wohl auch so bleiben: Denn damals hatte das Bush-Team die christliche Rechte mit der Angst vor dem Ende der Ehe an die Wahlurnen getrieben – und gewonnen (a href=http://www./szene_politik_international_detail.php?article_id=1923 class=”bodytoplinks”> berichtete/a>).
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März 31st, 2007
raquo;Du kannst alles sein – nur nicht ungeschickt« ist auf einem Plakatsujet des Baumarktes raquo;Hornbach« zu lesen. Zu sehen: zwei sich umarmende schwule Mittdreiszlig;iger mitten im Umbau einer Küche, die sich zärtlich drücken. Nach Angaben der dpa will der Baugroszlig;markt diese Anzeige zum Thema raquo;Toleranz« in groszlig;en deutschen Tageszeitungen schalten.
Die Kampagne raquo;Helden IV« beleuchtet ebenfalls die Themen Herkunft (raquo;Deutschland, Polen, Tschechien, Russland, Türkei. Es zählt, was Du drauf hast – nicht, woher du kommst.«), Mitbürger mit anderen Religionen (raquo;Deinem Projekt ist es egal, welchen Gott Du um Hilfe anflehst.«), alte Menschen (raquo;Du hast Deutschland mit aufgebaut. Also lass dir nicht erzählen, wie man renoviert!«), Behinderte (raquo;Es gibt niemanden, der Dir sagen kann, dass du es nicht drauf hast. Niemand, auszlig;er Dein Projekt.«) und Menschen, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen (raquo;Perfekt aussehen muss nur, wer sonst nichts kann.«).
raquo;Hornbach«, einer der gröszlig;ten Betreiber von Bau- und Gartenmärkten in Europa geht damit einen gewagten, aber notwendigen Weg, um die Kunden für das Thema zu sensibilisieren. Man will raquo;mit unseren Mitteln Verantwortung übernehmen«.
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März 31st, 2007
Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in England und Wales behauptet, dass Religion in diesem Land unter Beschuss steht. In seiner schärfsten Verurteilung einer Gesetzgebung, die Schwule, Lesben und Bisexuelle vor Diskrimination schützen soll, ist Kardinal Cormac Murphy-O’Connor (Bild)der erste katholische Geistliche seit 200 Jahren, der die Politik der Regierung gegenüber dem Glauben in Frage stellt.
Er beschuldigte die britische Regierung, eine andere Version der Demokratie zu schaffen, eine, in der Andersartigkeit und Gleichheit als groszlig;e Unterscheidung zur Religion angesehen werden. In einer Lesung in London meinte der Kardinal, dass Katholiken, andere Christen und Glaubensvereinigungen ihr Recht fordern werden, schwule Paare weiterhin zu diskriminieren, wenn es um die Frage der Adoption geht. Die katholische Kirche hat versucht die Regierung dafür zu gewinnen, dass ihre eigenen Agenturen (die vom Staat unterstützt werden) von den Sexual Orientation Regulations, die am 30. April in Kraft treten, ausgenommen werden. Demnach soll es keine Diskriminierung auf Grund von sexueller Orientierung geben – weder für jede Dienstleistung (incl. Adoption) noch fürnbsp;den Handel. Der Kardinal meinte weiter, dass er dieses Paket raquo;der Intoleranz gegenüber allen Christen« nichtnbsp;aufschnüren lassen will, denn, wer weiszlig;, wo das noch hinführt. Er befürchtet einen Zerfall der Gesellschaft …
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März 31st, 2007
Die Frau des früheren Gouverneurs Jim McGreevey (Bild)wird über ihren schwulen Ex-Mann in der raquo;Oprah Winfrey Show« reden. Er wurde der erste offen schwule Gouverneur in der amerikanischen Geschichte, nachdem er eine Affäre mit seinem Sicherheitsberater Golan Cipel gestanden hatte.
Zwei Monate danach – im November 2004 – trat er zurück.nbsp;Das öffentliche Outing erfolgte, nachdem er von Cipels Anwalt mit einer Klage wegen sexueller Belästigung konfrontiert worden war. Später schrieb er darüber ein Buch – raquo;The Confessions«.
McGreevey war auch schon Gast bei Oprah Winfrey, wo er die Zuschauer schockierte, als er zugab, mit seinem Lover im Bett gewesen zu sein, als seine Frau im Spital der Geburt ihres Sohnes entgegenfieberte. Mit weiteren Enthüllungen wurde dann die Scheidung vollzogen. Am 1. Mai wird Dina McGreevey in der berühmten Chat-Show selber plaudern, nachdem sie ihr Buch – raquo;Silent Memoirs« – letztes Jahr veröffentlicht hatte. Der Ex-Gouverneur lebt mittlerweile mit seinem neuen Partner, Mark O’Donnell, in Plainfield, New Jersey.
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März 31st, 2007
Am 16. März wurde der leblose Körper einer transsexuellen Prostituierten gefunden. Familienmitglieder identifizierten sie als die 54-jährige Michelle Carrasco raquo;Chela«. Ihr Gesicht war unkenntlich geschlagen.
Zwei Wochen später kann es die Familie aus Santiago de Chile immer noch nicht fassen. Kurz zuvor war eine andere transsexuelle Prostituierte ermordet worden. Ein Sprecher der lokalen Homosexuelleninitiative sagte, dass es in Chile kein grundlegendes Recht für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe gibt – nämlich das Recht auf Leben.
Die Transsexuellen müssen sich ihren Lebensunterhalt mit Prostitution verdienen. Wie gefährlich das ist, beweist, dass es seit 2002 11 untersuchte Morde gab. Die Dunkelziffer ist wesentlich höher. Die Transsexuellen werden zu Tode geprügelt, erstochen, erwürgt. Ein gefasster Mörder wurde gegen eine Kaution von $ 925 freigelassen. Danach sagte er Journalisten: raquo;Es schaut so aus, als ob Mord an einem Faggot billig ist.« Es scheint auch, als ob die Behörden kein groszlig;es Interesse hätten, solche Morde aufzuklären.
Anm.: raquo;Faggot« ist die beleidigende Bezeichnung raquo;Schwuchtel«.
Bild: Marcela Romero (rechts), Koordinatorin des Lateinamerikanischen Netzwerks für Transsexuelle (REDLACTRANS)
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März 31st, 2007
Um Homophobie abzuwehren und um Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle zu befreien, wurde dieser Klub gegründet. 15 Studenten formierten sich zum Bilgi Gökkuthorn;aeth;yacute; LGBT Studenten Klub – ganz offiziell und erhielten den Segen des Dekans.
Einer der Studenten, Izlem Aybasti, sagte: raquo;Freunde fanden Freunde und bildeten einen Klub. Und wir sind mit der Universitätsleitung sehr zufrieden, dass sie es uns ermöglichte, uns zu formieren. Sie waren sogar stolz auf uns, als wir in zahlreichen Medien erwähnt wurden.«
Der Klub ist für alle Studenten zugänglich, die gegen Homophobie auftreten wollen.nbsp;Die Gründer haben ganz bewusst die Bezeichnung LGBT gewählt, um das Wort raquo;Homosexuelle« zu vermeiden, dass im 19. Jahrhundert diskriminierend gebraucht wurde. Und sie glauben nicht, dass es in der Türkei schwieriger sein wird, offen schwul zu leben, als sonst wo in der EU.
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