März 30th, 2007

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNAIDS empfehlen, dass sich heterosexuelle Männer insbesondere in Afrika beschneiden lassen sollen. Es gebe “zwingende” Beweise, dass sich dadurch die Möglichkeit einer HIV-Infizierung um bis zu 60 Prozent reduzieren lasse (a href=http://www./news_detail.php?article_id=800 class=”bodytoplinks”> berichtete/a>). Demnach könnten in den nächsten 20 Jahren 5,7 Neuinfektionen und drei Millionen Todesfälle in Schwarzafrika verhindert werden. Allerdings sei das nicht der einzige Weg im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit: “Wir müssen ganz klar sein: Beschneidung bedeutet keinen 100-prozentigen Schutz gegen HIV”, sagte Catherine Hankins von UNAIDS. Auch andere Präventionsmöglichkeiten, wie die Verteilung von Kondomen, müssten auf der Tagesordnung bleiben. Für schwule Männer und Frauen gebe es zudem noch keine wissenschaftlichen Beweise, dass eine Beschneidung das HIV-Risiko reduziere. (dk)
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März 30th, 2007

Rom - Die italienische Bischofskonferenz hat heute eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie die Regierung davor warnt, Eingetragene Partnerschaften einzuführen. Die Bischöfe erklären, es wäre “unfassbar”, würden christliche Politiker für die Homo-Ehe stimmen. Katholiken hätten eine “moralische Verpflichtung”, ein derartiges Gesetz zu verhindern. “Die Ehe ist einzigartig”, begründet die Bischofskonferenz ihre Ablehnung. Es sei gefährlich, die Ehe zu untergraben und “sogar noch gefährlicher”, Schwulen und Lesben die selben Rechte zu geben. Das sei “prinzipiell unakzeptabel und eine soziale und pädagogische Gefahr”. Das Kabinett hatte bereits Anfang Februar die Einführung der Homo-Ehe verabschiedet, allerdings fügten linke Parteien innerhalb der Regierungskoalition zwei Wochen später Ministerpräsident Romano Prodi eine Abstimmungsniederlage zu, so dass dieser zurücktreten musste (a href=http://www./news_detail.php?article_id=6438 class=”bodytoplinks”> berichtete/a>). Nach der Neuauflage der Neunparteienkoalition standen Eingetragene Partnerschaften nicht mehr auf der Agenda (a href=http://www./news_detail.php?article_id=6480 class=”bodytoplinks”> berichtete/a>). Vor rund drei Wochen demonstrierten jedoch rund 50.000 Menschen in Rom für die Homo-Ehe (a href=http://www./news_detail.php?article_id=6550 class=”bodytoplinks”> berichtete/a>). (dk)
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März 30th, 2007

Berlin - Der Lesben- und Schwulenverband weist darauf hin, dass auch binationale Homopaare von der gestern im Bundeskabinett beschlossenen Reform des Zuwanderungsrechts betroffen sein können. Damit soll nämlich auch der Nachzug von ausländischen Lebenspartnern aus Drittstaaten erschwert werden. “Binationale Paare, die demnächst eine Lebenspartnerschaft begründen wollen, sollten deshalb überlegen, ob sie ihr Vorhaben nicht besser sofort in Angriff nehmen”, empfiehlt der LSVD.
Bald nötig: Einkommen und Deutschkenntnisse
Dem Gesetzentwurf zufolge könnte in Zukunft die Möglichkeit einer Lebenspartnerschaft (wie auch einer Ehe) mit einem Ausländer auch davon abhängig gemacht werden, ob das Paar über ein ausreichendes Einkommen, ausreichenden Wohnraum und Krankenversicherungsschutz verfügt. Dadurch soll “der Zuzug in die sozialen Sicherungssysteme” verhindert werden. Des weiteren muss der Partner über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Damit will die Bundesregierung Zwangsverheiratungen verhindern. Dass diese Bestimmung neben der Ehe auch für Lebenspartnerschaften gelten soll, wird vom LSVD heftig kritisiert: “Bei Lebenspartnern greift dieser Grund keinesfalls. Zwangsverpartnerungen von Lesben und Schwulen gibt es nicht.” (pm/dk)
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März 30th, 2007
Die polnische Ombudsfrau für Kinderrechte hat eine Liste erstellt, wo sie Berufe anführt, in denen Homosexuelle nicht arbeiten dürfen. Eva Sovinyska hat die Regierung gebeten, schwule und lesbische Menschen von diesen Berufen zu verbannen.
Die Berufe haben alle mit Kindern zu tun. Lehrer, egal ob im Sport oder in der Kunsterziehung, würden ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Die römisch-katholische Liga der polnischen Familien hat ihre Unterstützung zugesagt. Die Arbeitsministerin Joana Kluzsik Rostovska hält dagegen, dass die Liste die Rechte auf Gleichbehandlung und das Recht auf Freiheit beschädigen würde. Das Europäische Parlament bereitet sich auf eine Untersuchung gegen diese Art von Gesetzgebung vor - unter anderem wurde ja auch die Diskussion über Homosexualität in den Schulen verboten. Am 10. und 11. April soll es in Strasbourg in einer Plenarsitzung zu einer Befragung kommen. Nach einer Umfrage finden in Polen 89 % der Befragten Homosexualität als abnormal und nur 50 % würden sie tolerieren.
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März 30th, 2007
Die Garderobe von Dame Shirley Bassey wird am Freitag zugunsten junger LGBT-Menschen versteigert. Die mittlerweile 70-jährige Sängerin hat genug Bühnenoutfits, um sich von einigen ihrer Chanel- oder Christian La Croix-Stücke zu trennen.
Die Veranstaltung nennt sich in Anlehnung an einen ihrer gröszlig;ten Hits Hey Big Spender. Sie wird im Cafeacute; de Paris am Leicester Square in London von Julian Bennett moderiert werden.nbsp;Champagner und Canapeacute;s, Bassey-Sing-a-longs und einen Auktionator wird es auch geben.nbsp;Shirley Bassey:Ich hoffe, meine Fans bieten für die Kostüme, die so viele Erinnerungen tragen. Es wäre schön, könnten wir genug Geld zusammenbekommen, um die homosexuellen Jugendlichen und Kinder nennenswert zu unterstützen. Der Verein Barnardo arbeitet mit lesbischen, schwulen, bisexuellen und transsexuellen jungen Menschen in Projekten in ganz Groszlig;britannien.nbsp;Themen sind meist die soziale Gesundung, sexuellenbsp;Ausbeutung, Missbrauch und Diskriminierung.nbsp;
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März 30th, 2007
Unter dem Schatten der Waterloo Bridge in London und gleich neben der Royal Festival Hall, hat ein Mann wiederholt Stiefmütterchen gepflanzt. Eine nette Geste, könnte man glauben, doch der Mann ist der Künstler Paul Harfleet (Bild)und die Blumen sollen an den Mord an David Morley erinnern.
Harfleet: Viele Menschen bleiben stehen und fragen mich, warum ich das mache. Und es ist immer ein bisschen traurig, wie sich dann ihre Gesichter verändern, wenn sie erfahren, dass es sich um einen Mord an einem schwulen Mann handelt. Doch manche sind auch dafür und danken mir.
David Morley war ein 44-jähriger Barmann, der die Nagelbombe im Admiral Duncan Pub in Soho 1999 überlebt hatte. Im Oktober 2004 wurde er von vier Menschen, einer davon war ein jugendliches Mädchen, ermordet. Sie haben den Mord mit ihren Handys gefilmt und haben weitere Taten in der gleichen Nacht an zufällig ausgewählten Passanten gestanden. Sie wurden zu insgesamt 44 Jahren Gefängnis verurteilt - allerdings nicht für Mord. Homophobie als Motiv wird im Polizeibericht nicht erwähnt.
Harfleet sagt, dass er ein Stiefmütterchen an dem Ort pflanzt, an dem Morley ermordet wurde, weil sein Tod die Gay-Community erschütterte. Er möchte nun das Stiefmütterchen-Projekt ausbauen, in dem er überall dort, wo er selbst Homophobie erfahren hatte, eines pflanzen wird.
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März 30th, 2007
Der Ex-NFL-Spieler und erzkonservativer Moralprediger Hutcherson hat Lettland besucht - gemeinsam mit Scott Lively, dem Schwulenhasser - um an einer Anti-Gay-Konferenz teilzunehmen. Sie wurden von der amerikanischen Botschaft willkommen geheiszlig;en. Der Innenminister, das Parlament, der Sozialminister und weitere Parlamentarier wurden getroffen.
Hutcherson behauptete die Unterstützung des Weiszlig;en Hauses zu haben, das noch zu erklären haben wird, wieso die Botschaft den roten Teppich ausrollte. Die Tatsache, dass diese seltsame Truppe von Janis Smits (Vorsitzender der Menschenrechtsgruppe) empfangen wurde, brachte die lettische schwullesbische Mozaika in Rage. Besonders deswegen, weil in der Woche zuvor Smits nicht eine Einladung der Mozaika angenommen hatte. Das Weiszlig;e Haus hat jede Verbindung mit Hutcherson geleugnet und einen Anwalt beauftragt, die Angelegenheit dem FBI zu übergeben. Die Person, die die Reise aus dem Weiszlig;en Haus heraus unterstützt haben soll, ist Jay Hein, der Direktor des Büros für vertrauensbildende Gemeindeinitiativen (OFBCI). Hutcherson hat sich als streitbarer Mensch erwiesen, als er 2005 Microsoft verklagte, weil die Firma ein Gesetz unterstützen wollte, dass es illegal macht, MitarbeiterInnen wegen sexueller Orientierung zu kündigen. In Riga entschuldigte man sich damit, dass Hutcherson die offiziellen Papiere des Weiszlig;en Hauses verwendete…
Die lettische Regierung wird nun erklären müssen, warum so seltsame Leute einen offiziellen Empfang bekommen währenddessen die LGBT-Vereine des Landes ignoriert werden.
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März 30th, 2007
Atatürk bedeutet im Türkischen raquo;Vater der Türken« - ein Titel der Mustafa Kemal 1934 vom türkischen Parlament verliehen wurde. Er starb 1938, doch bis heute wird er von vielen seiner Landsleute tief verehrt. Mustafa Kemal Atatürk gilt als der Begründer der modernen Türkei und war ihr erster Präsident. Und dieser Mann wird in Belgien als Beispiel eines raquo;bedeutenden Homosexuellen« in einer Aufklärungsbroschüre dargestellt.
Wie die flämische Zeitung raquo;De Standaard« berichtet, wurde die Broschüre innerhalb einer Aufklärungskampagne zum Thema Homosexualität in Auftrag gegeben, die Broschüre sollte dementsprechend auch an belgischen Schulen verteilt werden.
Bildungsministerin Marie Arena (Sozialistische Partei) hatte der Homophobie in Belgien den Kampf angesagt. Doch das hatte sie nicht erreichen wollen: Einen Eklat mit der Türkei. Das Problem ist aber, dass die deutsch, französisch und flämisch sprechenden Gebiete in Belgien autonom geführt werden und nicht zentral verwaltet sind. Und nun hat die besagte Broschüre einen Skandal ausgelöst, denn nicht nur James Dean und Shakespeare tauchen in der Liste auf, sondern auch Goethe und Atatürk. Das wirft natürlich Fragen auf, zumal anzuzweifeln ist, dass Goethe homosexuell war. Auch wenn Mustafa Kemal Atatürk keine Kinder hatte, war er zweimal verheiratet. Ein Redakteur der kemalistischen Zeitung raquo;Cumhuriyet« beschimpfte die Belgier deshalb bereits als raquo;niederträchtig, widerwärtig und vulgär.«
Nun versucht Marie Arena sich mit dem türkischen Botschafter in Belgien zu treffen, ihr Pressesprecher hatte bereits erklärt, dass es sich um einen fatalen Fehler handle, dass Atatürks Name in der Liste berühmter Homosexueller aufgetaucht sei. Die Quelle für die Liste sei eine aus Kalifornien kommende Internetseite gewesen und unglücklicherweise habe man die so erhaltenen Informationen nicht überprüft. Es habe sich um einen raquo;Copy und Paste«-Fehler gehandelt. Die Broschüre, die 144 Seiten umfasst, ist jedoch noch nicht an Schüler verteilt worden. Yusuf Seki, der Pressesprecher der Türkischen Botschaft in Brüssel, hatte bereits gestern erklärt, dass das Thema ein sehr sensibles sei und die belgischen Behörden wahrscheinlich ihren Fehler bereits selbst erkannt hätten. Seki weiszlig;, wovon er spricht, hatte ein türkisches Gericht doch in diesem Monat per Gerichtsbeschluss raquo;YouTube« blocken lassen, weil in Videobotschaften von griechischer Seite behauptet wurde, die Türken seien schwul, wie auch ihr Vorbild Atatürk. Das Verbot ist inzwischen wieder aufgehoben worden.
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