Den Kopf verlieren – und dennoch ans Kondom denken
Januar 31st, 2007
Sex und die Grenzen der Vernunft. Die Aids-Prävention setzt verstärkt auf Risikomanagement
Von Christian Scheuß/
Die Zeichen mehren sich, dass die Safer-Sex-Botschaften immer weniger ankommen, und alle Beteiligten in den Aids-Hilfen machen sich Gedanken darüber, warum das so ist.
Der Pharmaindustrie wird die Schuld zugeschoben, weil sie mit ihren Werbekampagnen angeblich behauptet, mit dem Schlucken von ein paar Pillen sei es nach einer Infektion mit HIV getan. Den Medien werden Vorwürfe gemacht, weil sie Aids nicht mehr thematisieren. Die tödliche Bedrohung sei nicht mehr sicht- und spürbar, klagen die Aids-Hilfen, weil die neuen Medikamente ja tatsächlich – und glücklicherweise - die Lebenserwartung von Positiven stark erhöht haben.
Was weiterhin an Lebensqualität und Lebenschancen flöten geht, das bekommt leider kaum einer mit. Safer Sex ist weiterhin die einzige Alternative, schreien die bunten Plakate der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Aids-Organisationen schon beinahe verzweifelt und mit zunehmend drastischeren Bildern.