Der Sound zum Frühling
März 26th, 2006Dass die Libertines rocken können, haben die vier Jungs aus England schon bewiesen. Jetzt legt Schnuckel-Sänger Pete ein Liebeslied vor.
Vor gut eineinhalb Jahren, als sich die Musikwelt im Überraschungserfolg der Strokes sonnte und immer mehr unbekannte Bands an die Öffentlichkeit drangen, wurden auch die Libertines bekannt - vier Jungs aus London um die beiden Sänger und Gitarristen Peter Doherty und Carlos Barât. Die erste Single stieg direkt in die Top 40 ein, das Album “Up the bracket” wurde ein Erfolg mit zwei weiteren Songs in den Charts, die Band von den Lesern des “NME” für den abwechslungsreichen Rock mit akztentreichen Texten zur besten neuen Band 2003 gewählt.
Doch fast wäre es nach dem erfolgreichen Start vorbei gewesen für die Libertines. Sänger Pete wurde im letzten Herbst, in einer der selten guten Geschichten, die das Rockleben schreibt, wegen Drogenmissbrauchs aus der Band geworfen, brach daraufhin voller Wut bei seinem Bandkollegen Carl ein und stahl Musikinstrumente, dieser zeigte ihn an, Pete landete vor Gericht und im Gefängnis, dann nach drei Monaten Knast überraschende Wiedervereinigung, jetzt in diesen Wochen erfolgreiche Tour durch ganz England.
“England’s screaming” titelte der “NME” dann auch letzte Woche, und die Tour der Libertines sorgt auch bei männlichen Fans für Begeisterung. Die Band, die der “NME” als “21st century’s Sex Pistols” lobt, spielt gerne mit Homoerotik - Pete fängt Konzerte gerne mal im Fummel an, am Schluss rocken beide Sänger mit nacktem, schweißübersätem Körper. Und lassen sich gerne auf Händen durch das Publikum tragen, selbst wenn, so Carl im “NME”, “da auch mal eine Männerhand in die Hose rutscht”.