»Vater der Türken« Atatürk schwul? Fataler Fehler!
März 30th, 2007
Atatürk bedeutet im Türkischen raquo;Vater der Türken« - ein Titel der Mustafa Kemal 1934 vom türkischen Parlament verliehen wurde. Er starb 1938, doch bis heute wird er von vielen seiner Landsleute tief verehrt. Mustafa Kemal Atatürk gilt als der Begründer der modernen Türkei und war ihr erster Präsident. Und dieser Mann wird in Belgien als Beispiel eines raquo;bedeutenden Homosexuellen« in einer Aufklärungsbroschüre dargestellt.
Wie die flämische Zeitung raquo;De Standaard« berichtet, wurde die Broschüre innerhalb einer Aufklärungskampagne zum Thema Homosexualität in Auftrag gegeben, die Broschüre sollte dementsprechend auch an belgischen Schulen verteilt werden.
Bildungsministerin Marie Arena (Sozialistische Partei) hatte der Homophobie in Belgien den Kampf angesagt. Doch das hatte sie nicht erreichen wollen: Einen Eklat mit der Türkei. Das Problem ist aber, dass die deutsch, französisch und flämisch sprechenden Gebiete in Belgien autonom geführt werden und nicht zentral verwaltet sind. Und nun hat die besagte Broschüre einen Skandal ausgelöst, denn nicht nur James Dean und Shakespeare tauchen in der Liste auf, sondern auch Goethe und Atatürk. Das wirft natürlich Fragen auf, zumal anzuzweifeln ist, dass Goethe homosexuell war. Auch wenn Mustafa Kemal Atatürk keine Kinder hatte, war er zweimal verheiratet. Ein Redakteur der kemalistischen Zeitung raquo;Cumhuriyet« beschimpfte die Belgier deshalb bereits als raquo;niederträchtig, widerwärtig und vulgär.«
Nun versucht Marie Arena sich mit dem türkischen Botschafter in Belgien zu treffen, ihr Pressesprecher hatte bereits erklärt, dass es sich um einen fatalen Fehler handle, dass Atatürks Name in der Liste berühmter Homosexueller aufgetaucht sei. Die Quelle für die Liste sei eine aus Kalifornien kommende Internetseite gewesen und unglücklicherweise habe man die so erhaltenen Informationen nicht überprüft. Es habe sich um einen raquo;Copy und Paste«-Fehler gehandelt. Die Broschüre, die 144 Seiten umfasst, ist jedoch noch nicht an Schüler verteilt worden. Yusuf Seki, der Pressesprecher der Türkischen Botschaft in Brüssel, hatte bereits gestern erklärt, dass das Thema ein sehr sensibles sei und die belgischen Behörden wahrscheinlich ihren Fehler bereits selbst erkannt hätten. Seki weiszlig;, wovon er spricht, hatte ein türkisches Gericht doch in diesem Monat per Gerichtsbeschluss raquo;YouTube« blocken lassen, weil in Videobotschaften von griechischer Seite behauptet wurde, die Türken seien schwul, wie auch ihr Vorbild Atatürk. Das Verbot ist inzwischen wieder aufgehoben worden.