Warme Sitze im Bundestag
März 31st, 2006Am Sonntag wählt die ganze Republik - wirft einen Blick auf die schwul-lesbischen Kandidaten.
Homo-Themen spielen beim Bundestagswahlkampf zwar keine so große Rolle mehr wie noch vor drei Jahren. Dennoch bewerben sich insbesondere bei den großen Parteien eine ganze Reihe von schwulen und lesbischen Kandidaten um einen Arbeitsplatz im Reichstagsgebäude. Viele von ihnen verschweigen jedoch ihre sexuelle Orientierung lieber - oder hängen sie nicht so groß an die Glocke.
Keine “warmen” Unions-Kandidaten
Bei der CDU/CSU sieht es mit offenen Homo-Kandidaten besonders mau aus. Während in Bundesländern wie Hamburg inzwischen schwule CDU-Bürgermeister, Senatoren und Abgeordnete an der Tagesordnung sind, erwähnt von den Berlin-Kandidaten der konservativen Volkspartei offenbar keiner eine “exotische” sexuelle Orientierung. Mit der Homo-Politik ist oft a href=http://www.gehb.de/ target=”_blank” class=”bodytoplinks”>Jürgen Gehb/a> befasst, der im Rechtsausschuss häufig mit dem Grünen Volker Beck im Clinch lag - so griff Gehb Beck unter anderem wegen des Scheiterns der Magnus-Hirschfeld-Stiftung an.
Für die SPD zieht dagegen der offen schwule Abgeordnete a href=http://www.kahrs.de/relaunch02/index.php3 target=”_blank” class=”bodytoplinks”>Johannes Kahrs/a> so gut wie sicher ein drittes Mal ins Parlament ein. Er ist einer der Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD. Dieser von dem Medien oft als “rechter Flügel” der Partei beschriebene Zusammenschluss setzt sich für eine pragmatische “sozialdemokratische Politik des Machbaren” ein, insbesondere in der Wirtschaftspolitik. Kahrs hat vor drei Jahren seinen Wahlkreis mit 54 Prozent gewonnen, die CDU folgte mit gerade mal halb so viel Stimmen.