WDR rechtfertigt WJT-Berichte
März 31st, 2006Köln Der Westdeutsche Rundfunk hat die Kritik an der Berichterstattung zum Weltjugendtag zurückgewiesen. Der vom Lesben- und Schwulenverband in NRW und zahlreichen Einzelpersonen erhobene Vorwurf, der Sender habe eine äuffällig große Demonstration von Schwulen und Lesben während der Fahrt des Papstes durch die Kölner Innenstadt komplett und bewusst ignoriert, wurde vom Sender jedoch nicht direkt beantwortet. Dem LSVD schrieb der WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf in Vertretung des Intendanten, man habe “Gruppen und Personen innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche breiten Raum eingeräumt, kritische Positionen zu formulieren.” So hätten sich Sendungen von WDR 2, WDR 5 und des WDR-Fernsehens ausdrücklich mit der Kritik von Schwulen und Lesben befasst. Die Übertragung der Papst-Fahrt hätte aber einem “hohen Standard” mit entsprechenden logistischen und technischen Anstrengungen entsprechen müssen. “Auch aus diesem Grund ist spontanes Reagieren auf ‘Randereignisse’ im Fernsehen nicht immer möglich”, so Deppendorf. Auf eine private Beschwerde-eMail an den WDR in Köln hatte zuvor eine “Aushilfe” des WDR-Landesstudios in Düsseldorf mit Verweis auf eine WDR-TV-Sendung vom entsprechenden Tag um 22.25 Uhr geantwortet. “Hier haben wir uns sehr ausführlich mit dem Thema Homosexualität und katholische Kirche auseinandergesetzt. Dem WDR und der Redaktion vom Weltjugendtag-Fernsehen war es besonders wichtig, nicht ausschließlich kritiklos oder neutral zu berichten, sondern vor allem auch die verschiedenen Facetten und Orientierungen der persönlichen Glaubensausrichtung abzubilden. Daher können wir Ihnen versichern, die von Ihnen vermisste Thematik nicht ignoriert zu haben”, so die Antwort.