Wo Amerika ganz anders ist
März 31st, 2006Hier liegt die Seele der Schwulen-Szene in den USA: In Provincetown sind Prüderie und Langweile Fremdworte.
Der gesamte Stadtrat ist homosexuell, hier wurden bisher die meisten Homo-Ehen im Staate Massachusetts geschlossen, hier treffen sich jedes Jahr zehntausende Schwule und Lesben, um den Vorurteilen in ihren Heimatgemeinden zumindest für ein paar Tage zu entgehen. Schön für Touristen aus Europa: Provincetown, das Mekka der US-Gays, ist in nur sieben Flugstunden zu erreichen und die Nähe zu Boston, New York und den Neuengland-Staaten lädt zu einer netten, kleinen Rundreise ein.
Dabei ist das Städtchen auf den ersten Blick kein Kandidat für ein Homo-Paradies. Die Pilgerväter, die prüden Passagiere der “Mayflower”, erreichten hier anno 1620 die Neue Welt. Heute tummeln sich heute in den Sommermonaten zehntausende Schwule und Lesben und verwandeln den kleinen Fischerort an der Ostküste, in ein Paradies für unangepasste Künstler, Bohemiens, Aussteiger, knackige Boys und kesse Frauen: In den Augen der fundamentalistischen Prediger ein wahres Sündenbabel also – für Leute, die Lust auf Leben haben, ist Provincetown dagegen einfach nur ganz viel Fun.