Worte des Zorns: Papst Benedikt spricht energisch gegen sexuellen Missbrauch durch Priester
Oktober 31st, 2006
Bei einem Treffen mit irischen Bischöfen vergangenen Samstag in Rom verlangte Papst Benedikt XVI. ein energisches Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch durch Priester.
Kein anderer Makel lastet so schwer auf der Kirche wie das Thema sexueller Missbrauch - und der Vatikan ist sicher dieser verwundbaren Stelle durchaus bewusst. Aus Mexiko und Brasilien, aus den österreich, Japan und Deutschland werden sexuelle übergriffe von Priestern berichtet, meistens an Buben und Priesterschülern, seltener an Mädchen und Frauen.
Italienischen Presseberichten zufolge kommt eine irische Studie zu dem Schluss, dass drei Prozent der dortigen Priester in den vergangenen Jahrzehnten sexuellen Missbrauch begangen hätten. ähnliche Zahlen wurden bereits in den USA ermittelt. Dort haben die Skandale ganze Diözesen an den Rand des Ruins gebracht, auch an den Rand des finanziellen Ruins. Die Klagewelle von Opfern rollt.
Papst Benedikt XVI. sprach mit Blick auf Skandale durch pädophile Priester auch in Irland klare Worte des Zorns: Ein solcher Missbrauch ist umso tragischer, wenn die Täter Priester sind. Die Wunden, die durch solche Taten geschlagen werden, gehen tief. … Wichtig ist auch, die Wahrheit über das, was in der Vergangenheit geschehen ist, herauszufinden und alle nötigen Schritte zu unternehmen, damit so etwas nicht wieder passiert. Die Prinzipien der Gerechtigkeit müssen respektiert werden, vor allem aber verdienen die Opfer und alle, die von diesen furchtbaren Verbrechen betroffen sind, jede Hilfe.
Selten, meinen Vatikan-Insider, hat sich der Papst so ungehalten, so kompromisslos, so spröde gezeigt.