Wuff: Ein schwuler Hund am Strand
April 1st, 2006Fabian Schwinger ist der schwule Leadsänger der Newcomer-Band Hund am Strand. Ein Interview mit dem witzigen Typen.
Spontan fiel mir beim Thema “Strand” ein, dass man zum Pinkeln manchmal ins Meer geht – machst Du so etwas?
Nein, um ehrlich zu sein, war ich auch schon lange nicht mehr am Meer. Aber ich mache so etwas natürlich nicht. Ich habe aber gehört, wenn man beim Duschen pinkelt, soll das ganz gut für die Füße sein - desinfizierend.
Ein Titel auf dem neuen Album heißt “Erklär’ mir die Welt”. Mach das mal.
Okay, gar nicht so einfach. Aber das Lied hat einen sehr ernsten Hintergrund und geht gar nicht so sehr um das allgemeine Erklären der Welt. Ich hatte einen Jungen kennen gelernt und ich wusste damals nicht, wohin es führt – ob es etwas Ernstes wird oder doch nicht. Leider hat es nicht geklappt, und das fand ich sehr traurig. Die damit verbundenen Illusionen, die zerplatzten, führten zu “Erklär’ mir die Welt”. Er sollte mir einfach sagen, warum es nicht geklappt hat mit uns.
Dann vermute ich, geht es bei “Frühling” auch nicht um zwitschernde Vögelchen und aufkeimende Frühlingsgefühle.
Manchmal ist es doch so, dass alle um einen herum ihren persönlichen, kleinen Frühling haben und in der Blüte ihrer Jugend stehen. Nur man selber hat diese Phase nicht, will sie aber natürlich auch. “Frühling” ist so etwas wie eine Kampfansage gegen gesellschaftlichen Anpassungsdruck. Man soll nicht an sich selbst zweifeln, nur weil man den Normen, die man jeden Tag in den Medien präsentiert bekommt, nicht entspricht. Gerade der Druck, der von Geschlechterstereotypen ausgeht, ist enorm: Mädchen am besten niedlich und schlank, die Jungen dagegen lässig, mutig und selbstbewusst. Ich glaube, gerade in der Schwulenszene ist dieses Rollenverhalten auch ganz stark: muskulöser Kerl, alternativer Typ usw.