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Dream BOey

Star Produzent Gus van Sant bescheinigt James Bolton groszlig;es Talent, vergleicht ihn gar mit dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergman und ist fasziniert von dessen Fähigkeit, eine nahezu dämonische Bildsprache kreieren zu können. Boltons jüngster Film, raquo;Dream Boy, entführt sein Publikum in die konservative, von christlicher Moral bestimmte Welt der Südstaaten und ist wohl Boltons persönlichster und zärtlichster Film.

Dream BOeyEs war das erste Mal, dass James Bolton auf 35mm drehte und ein so groszlig;es Drehteam organisieren musste, sein davor von den Kritikern hoch gelobter Film raquo;The Graffiti Artist (2004) hatte dafür den Grundstein gelegt: Bolton besitzt das groszlig;e Talent der Inszenierung von Figuren, die sich tief in die Seele des Zuschauers brennen können, ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben. Dafür erschafft er ihnen ein filmisches Universum eine äuszlig;erlich schöne, aber im Inneren marode feindselige Welt in dem sie ihre Unschuld verlieren werden. Seine Filme sind voller Leidenschaft und von einer Zartheit, die permanent gegen die allgegenwärtige Bedrohung ankämpft.

Dream BOeyraquo;Dream Boy basiert auf dem internationalen Bestseller des Erfolgsautors Jim Grimsley, der die Geschichte zweier verliebter amerikanischer Teenager erzählt, deren Liebe aber an einer feindselige Umgebung zerbricht: Als Nathans Familie in die tiefreligiösen Südstaaten zieht, fühlt sich der 15 Jährige isoliert und hilflos den Launen und der Lüsternheit seines Vaters ausgesetzt. Nur durch die erwachende Liebe zum Nachbarsjungen Roy entkommt Nathan seinem von ängsten bestimmten Alltag. Beim nächtlichen Lernen stellt sich heraus, dass Nathans Gefühle überraschenderweise erwidert werden…

Dream BOeyDie erste sanfte Berührung, versteckte Küsse und die Entdeckung der eigenen Sexualität werden ohne falsche Scham gezeigt. raquo;Dream Boy erzählt atemberaubend realistisch die Geschichte einer ersten Liebe, eines Tabubruchs, fast mythisch und voller Schmerz, untermalt von einer sehnsuchtsvollen, extra für raquo;Dream Boy komponierten Filmmusik. Das filmische Universum eines James Bolton ist ein feines Gespinnst, das sich wie eine Sinfonie von Johann Sebastian Bach anfühlt. Bolton, selbst Musiker, gibt jedem filmischen Element den notwendigen Raum, um das jeweils andere auf das gefühlt richtige Timbre einzustimmen, dabei spielt die Musik anders als bei anderen Filmemachern eine besonders wichtige Rolle. Die Zusammenarbeit mitdem New Yorker Komponisten und Musiker Richard Buckner war für Bolton deshalb ein riesiger Glücksgriff.

Dream BOeyNoch bevor James Bolton am Drehbuch zu arbeiten begann, wusste er, dass Buckner der einzige war, der ihm den musikalischen Teppich für die intensive Atmosphäre seines Filmes legen konnte: raquo;Meine Filme sind extrem visuell und ich mag es nicht, wenn alles auf dem Dialog aufbaut, um die Geschichte erzählen zu können. Für mich ist es dann ein guter Film, wenn ich die Geschichte über die Bilder und die Musik transportieren kann. Die Musik übernimmt einen integrativen Part. Als ich Richard zum ersten Mal traf, habe ich ihm davon erzählt und wir haben einen kompletten filmmusikalischen Teppich kreiert, was den Vorteil hatte eine spezifische Textur und Themen zu erhalten, die in dieser Form nie möglich gewesen wären. Wir haben die Musik im Film also nur heruntergezogen, wenn die Geschichte Ruhe brauchte oder Raum. ich bin so stolz darauf, dass Richard an dem Film mitgewirkt hat, die Zusammenarbeit mit ihm war eines der schönsten Erlebnisse während ich an dem Film gearbeitet habe.

Dream BOeyraquo;Dream Boy hatte seine Weltpremiere auf den 58. Internationalen Filmfestspielen in Berlin und wurde auf dem Iris Prize Festival in Cardiff mit dem Publikumspreis für den Besten Spielfilm ausgezeichnet.

Dream Boy USA 2008, 86 Minuten, FSK 16

Vö: Januar 2008, Pro Fun Media

Buch und Regie: James Bolton; Darsteller: Stephan Bender, Max Roeg, Thomas Jay Ryan, Diana Scarwid, Randy Wayne, Owen Beckman, Tom Gilroy

Sprache: engl. OF mit dt. UT Extras: Deutscher Trailer, Filmvorschau, Galerie

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