Right by me An meiner Seite
Thailändische Filme haben es schwer auf dem europäischen Markt, zu unterschiedlich sind die Geschmäcker des Publikums. Für die Edition Salzgeber war dies offensichtlich der Grund, bei der Vermarktung der neuen DVD raquo;Right by me ? An meiner Seite etwas zu sehr auf die Pauke zu hauen.
raquo;Die DVD des Films wurde in Thailand von den Zensurbehörden verboten, heiszlig;t es auf dem Cover, raquo;Homosexualität ist für sie ein westliches Phänomen, in Thailand darf es das nicht geben. Was natürlich absoluter Blödsinn ist: In kaum einem anderen Land der Welt kommen soviele queere Filme in die Kinos wie im ehemaligen Siam, zuletzt sorgte raquo;Bangkok Love Story über die schwule Liebe eines Polizisten zu einem Auftragskiller für Aufsehen. Dass es die Low Budget Produktion raquo;Right by me nicht in die groszlig;en Theater und auf DVD geschafft hat, liegt weniger an Zensur, sondern vielmehr an der mangelnden handwerklichen Qualität des Streifens.
Sieht man von der wackelnden Kamera, deutlichen Längen und dem mehr als scheuen Schnitt ab, entpuppt sich raquo;Right by me allerdings als gutgemeintes, romantisches Coming out Drama: Nat ist in seinen Schulfreund Tat verliebt, der aber schwärmt aber für den sportlichen Ek. Das freilich ist nicht das einzige Problem: Ek hat eine Freundin, Nat wird von seinen homophoben Mitschülern verprügelt, und die Eltern machen sich über den Umgang ihrer Söhne Sorgen. Als Nat und Tat zum ersten Treffen der schwul lesbischen Jugendgruppe raquo;Bangkok Rainbow gehen, taucht plötzlich auch Ek dort auf. Jetzt ist das Gefühlschaos im Liebesdreieck perfekt, und es braucht einige Nachhilfestunden (nicht nur in Mathematik), bis am Ende zumindest ein Traumpaar zusammenkommen kann.
Inspiriert zu seinem Debütfilm wurde Regisseur Thanyatorn Siwanukrow aus dem Umfeld von Bangkoks schwul lesbischer Medienagentur Cyberfishvon dem Coming out Roman raquo;Rainbow Boys des US Schriftsteller Alex Sanchez, der auch ins Thailändische übersetzt worden ist ? raquo;Rainbow Boys war denn auch der Titel der Uraufführung 2005 in Bangkoks Programmkino raquo;House. Aus urheberrechtlichen Gründen wurde der Name später in raquo;Right by me geändert.
Ohne schrille Figuren, kreischende Tunten und megadramatische Zuspitzungen liegt die Stärke und der homobewegte Verdienst des Films darin, ganz normalen schwulen Alltag in Thailand zu zeigen. Trotz seiner handwerklichen Mängel lohnt sich das Anschauen auch für österreichische Cineasten: raquo;Right by me zeigt zum einen, dass die Sorgen und Nöte schwuler Jugendlicher überall auf der Welt dieselben sind. Und zum andere, dass das schwule Thailand bei weitem nicht nur aus Gogo Bars besteht.
Right by me Regie: Thanyatorn Siwanukrow Thailand 2005, 100 Minuten, Farbe, OmU, FSK16, mit Jackie, Palat Ananwattanasiri, Pimphong Isarasena Na Ayutthaya und Wijitra Wijitrwongon, Extras: Kinotrailer, Vorschau


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