Schwuler Liebesfilm aus den USA
17 Jahre nach einem katastrophalen One Night Stand treffen sich Adam und Steve wieder, verlieben sich erneut ineinander und schaffen es, die schlimmsten Hindernisse f?r ihre Liebe wie fliegende Bierflaschen, eifers?chtige Freunde und homophobe Nachbarn zu ?berwinden. Doch dann kommt die Erinnerung an die schlimmste Nacht ihres Lebens zur?ck…
Und dabei hatte sich die Nacht so gut angelassen, der rote Glitzervorhang hatte sich geöffnet und ein 80er Jahre Feuerwerk war explodiert: Go Go Tänzer Steve stürmt mit einer von Haarspray gehaltenen auftoupierten Sturmfrisur über die Bühne, seinen männlichen Stolz von einem Fetzen Jeans verdeckt der letzte Schrei damals in den 80ern, Ihr erinnert Euch? Alle Popsternchen der 80er trugen diese Jeans, der man mit der Schere so auf den Leib gerückt war, dass die Ansätze der Arschbacken herausschauten und die Innentaschen damit sie nicht heraushingen innen angenäht werden mussten.
Adam bleibt die Spucke weg, als er Steves Hintern auf der Bühne wackeln sieht. Adam scheint sich in dem Tanzschuppen verirrt zu haben, er passt da ganz und gar nicht rein eher sieht er aus wie eine magersüchtige Ausgabe des weiszlig;geschminkten raquo;The Cure Sängers Robert Smith. Seine beste Freundin ist massiger als Beth Ditto von raquo;The Gossip es verwundert also nicht, wenn sie ein gebratenes Rippchen wie einen Schokoladenriegel aus ihrer Handtasche zaubert und genüsslich abnagt.
Die erste Szene von raquo;Adam amp; Steve hat so viel Charme wie Muriels Auftritt als raquo;Dancing Queen in dem 90er Jahre Klassikerraquo;Muriels Hochzeit. Und obwohl man den Figuren Adam und Steve mehr als ansieht, dass sie keine suggerierten 20 Jährigen mehr sein können, sondern längst mindesten die 40 erreicht haben müssen, hat Regisseur Craig Chester schon längst die Schlinge um die Ratio des Zuschauers zugezogen und ihn mitten in eine der besten Queer Komödien der letzten Jahre hinein katapultiert.
Craig Chester, der sich als Schauspieler in Independent Filmen wie raquo;Swoon, raquo;Grief, raquo;Frisk, raquo;I Shot Andy Warhol und raquo;Kiss me Guido einen Namen machte, hat mit raquo;Adam und Steve ein fulminantes Regiedebüt hingelegt. Denn nichts ist schwerer als eine gute Komödie zu erzählen…
Wie kann man sich das filmisch vorstellen? Steve posiert nackt in Adams Wohnung, Adam zieht sich dabei so viel Koks rein, dass es einen Elefanten umhauen würde. Plötzlich bekommt Steve mitten in seiner schönsten Pose Dünnpfiff und scheiszlig;t Adams Teppich voll, den dieser schlieszlig;lich noch mit Kotze garniert. Der Grundstein für eine herzzerreiszlig;ende und turbulente Liebesgeschichte ist gelegt. Wenn ich jetzt verrate, dass dann auch noch schwule tanzende Cowboys durch Craig Chesters Film New York schweben und die Mitglieder aus Adams jüdischer Familie als permanent Verletzte über die Leinwand humpeln und rollen, glaubt mir wahrscheinlich niemand mehr, dass es sich um einen genial inszenierten, stellenweise traurigen und zum Schreien komischen Film handelt. Doch nichts ist so grotesk wie das Leben selbst.
Die Geschichte mit dem vollgeschissenen Teppich basiert tatsächlich auf einer wahren Begebenheit. Auch sonst sollen viele autobiografische Details der beiden Hauptdarsteller in dem Film stecken. Am Ende sind es diese vielen kleinen scharfgezeichneten Momentaufnahmen, die diesem unglaublichen Kosmos so viel Kraft verleihen, dass man selbst einem singenden Malcolm Gets (Steve) ergriffen zuhört, der einen abgedroschenen Schnulzensong zum Besten gibt, um Adam zurückzuerobern. Da sitzt man dann und fühlt sich wie ein Kind, das mit staunenden Augen zusieht, wie ein freundlicher Zauberer einen weiszlig;en Hasen an den Ohren aus seinem schwarzen Zylinder zieht, in dem noch kurz zuvor nur ein paar weiszlig;e Papierschnipsel waren.
Der offen homosexuell lebende Craig Chester führte nicht nur selbst Regie, er schrieb auch das Drehbuch und spielte den tollpatschigen Adam. Chester mit dem unverkennbaren Belmondo Gesicht (Chester litt als Kind unter dem so genannten Long Face Syndrom und musste mehrere Jahre chirurgische Eingriffe über sich ergehen lassen) soll während der dreiwöchigen Dreharbeiten nur 4 Stunden geschlafen haben. Während dieser produktiven Zeit über hatte er seine beste Freundin Parker Posey zur Seite, die auch seine am Rippchen nagende filmische Freundin spielt (und die übrigens von der Zeitschrift raquo;Time als die Königin der Independentfilme gekürt wurde). Für sie hatte er extra eine Rolle geschrieben, von der sie Jahre lang geträumt hatte: Eine Komikerin, die nur über sich selbst lachen kann. Chesters Komödie war in den USA ein richtiger Hit, den Salzgeber im Mai in die deutschen Kinos geholt hat und nun im Juni auf DVD veröffentlicht.
Adam amp; Steve USA 2005, FSK 12 Spielfilm, 99 Minuten
Vö: 25.06.2007, Salzgeber (Gayclassics)
Buch und Regie: Craig Chester Darsteller: Craig Chester, Malcolm Gets, Parker Posey, Chris Kattan, Sally Kirkland Musik: Roddy Bottum
Sprachen: Englische OF mit dt.U. Bildformat: 16:9 anamorph Special Features: Kinotrailer, zusätzliche Szenen, Making of, Outtakes, Vorschau


This is default description text on Padangan Themes, of course you can change this text via you profile administration.