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Twilight Dancers

raquo;Twilight Dancers ist der letzte Film der raquo;Macho Dancer Trilogie des philippinischen Regisseurs Mel Chionglo, der in seinem Land zu jenen Filmemachern gezählt wird, der dem Kino noch klug erzählte Geschichten schenken kann. Wie schon raquo;Sibak (1994) und raquo;Burlesk King (1999) entführt auch raquo;Twilight Dancer in die Welt der berühmten Macho Dancers von Manila.

Twilight DancersDie Idee zu dieser Film Triologie entstand aufgrund der Tatsache, dass Filme von den Philippinen Mitte der 1990er Jahre kaum auf internationalen Filmfestivals wahrgenommen wurden, mal abgesehen von Lino Brockas Meisterwerk raquo;Macho Dancer, das allerdings aus dem Jahre 1988 stammte. Also beschloss Mel Chiongio ein filmisches Feuerwerk aus Erotik und gut erzählter Geschichte, das auch vor Kritik an den Zuständen auf den Philippinen nicht halt machte.

Nahezu die Hälfte der philippinischen Bevölkerung muss in seinem Land unter der internationalen Armutsgrenze leben, mehr als 1 Million Menschen verlassen die Philippinen jährlich, um ihre Familien vom Ausland aus zu unterstützen. Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums nimmt die Zahl der Menschen, die unter 2 US Dollar pro Tag verdienen beständig zu. Von dieser Armut sind die ländlichen Gebiete wesentlich härter betroffen als die Städte. Deshalb gehen viele der Kinder und Jugendlichen aus der Provinz in die Stadt, um mitzuhelfen, dass ihre Familien überleben können.

Einer dieser Jugendlichen ist Dwight, der nach Manila kommt und einen Job sucht. Viele der hübschen Jungen landen nicht selten in einer der berühmten schwulen Nachtbars von Manila, wo sie sich als Go Go Dancer über Wasser halten und um zu überleben, sich auch von Gästen für schnellen Sex bezahlen lassen. raquo;Twilight Dancers erzählt Dwights Geschichte, stellvertretend für all die Jungen, die nach Manila gekommen sind, in der Hoffnung, ein besseres Leben zu finden.

Twilight Dancersraquo;Twilight Dancers hatte im Gegensatz zu den beiden vorherigen Filmen der Trilogie auf den Philippinen schlechte Kritiken bekommen, die DVD Verkaufszahlen erzählen jedoch eine andere Geschichte. Regisseur Mel Chionglo scheint den Grund dafür zu ahnen: raquo;So viel schwule Erotik in einem gut erzählten Sozialdrama vorzufinden und dies auch noch zu genieszlig;en, schafft ein schlechtes Gewissen.

Wer mit dem 1946 geborenen Regisseur schon einmal zusammengearbeitet hat, sagt über ihn, dass er zu den wenigen Regisseuren in der Filmbranche gehört, die am Set niemanden anschreien und Wert auf ein gutes Arbeitsklima legen und es gerade deshalb schaffen, feinfühlige Filme zu machen. Chionglo zählt zu den alten Hasen im Filmbiz, der stets ein wachsames Auge auf den jungen philippinischen Filmnachwuchs hat und Talente wie Regisseur Brillante Mendoza bewundert, der mit seinem ersten Spielfilm raquo;Der Masseur den goldenen Leoparden in Locarno gewann und mit seinem unverstellten Blick auf die philippinische Realität in Chionglos Fuszlig;stapfen tritt. Chionglos fordert von jungen Filmemachern ein, dem Film ihr Leben und ihr Herz zu verschreiben und sich eben nicht nur damit zufrieden zu geben, ihre eigenen Emotionen auszudrücken, sondern etwas verändern zu wollen, indem man mit einem Film ein breites Publikum erreicht.

In Chionglos Film raquo;Twighlight Dancers klagt der Chionglo das korrupte System auf den Philippinen an, wo es im letzten Jahr zu einem Putschversuch kam, weil der Regierung Wahlbetrug, Korruption und Terror vorgeworfen wurde. Nach Verhängung des Ausnahmezustandes wurden Demonstrationen verboten und die regierungskritische Tageszeitung raquo;Daily Tribune wurde unter Aufsicht der Polizei gestellt. In raquo;Twilight Dancers schärft Chionglo den Blick auf die Verwischung von Politik, Sex und Korruption und macht die Regierung für die Not auf den Philippinen verantwortlich und schafft das Spagat, die massive Kritik an den Missständen in seinem Land mit einer unglaublichen Erotik zu vermischen: Dwight, der im Zwielicht für reiche Kunden tanzt, wird im Laufe des Filmes aufgrund seiner existentiellen Not, seiner groszlig;en Lebenslust, seiner groszlig;en Gefühle und seines Vertrauens zum Werkzeug von Korruption gemacht. Zu spät erkennt er, dass er dem Teufel seine Seele verkauft hat.

Twilight Dancers

Vö: 29.1.2008, Edition Salzgeber

Philipinen 2008, 107 Minuten, FSK 16

Regie: Mel Chionglo Drehbuch: Ricardo Lee Kamera: Nap Jamir Darsteller: Tyron Perez, Allen Dizon, William Martinez, Cherry Pie Picache

Sprachfassung: philippinische Originalfassung Untertitel: deutsch Bildformat: 4:3 DVD Extras: Kinotrailer, Vorschau

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