März 26th, 2006
San Francisco Bei den 4.037 Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren, die in San Francisco bis zum gerichtlichen Stopp in der letzten Woche geschlossen worden sind, stammten 91 Prozent der Paare aus Kalifornien, 45 aus anderen US-Bundesstaaten und acht aus anderen Ländern. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Verwaltung. 57 Prozent der Ehen wurden zwischen Frauen geschlossen, die meisten Eheleute waren zwischen 36 und 50 Jahre alt 25,8 Prozent der Partner waren jünger als 36, 17,4 Prozent älter als 50. Das älteste Paar war zugleich das erste, das geheiratet hatte: Phyllis Lyon and Del Martin Über 3.000 bereits angemeldeten weiteren Paaren hatte die Verwaltung nach dem Stopp absagen müssen.
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März 26th, 2006
Nashville Der Landkreis Rhea County im US-Bundesstaat Tennessee will das Recht bekommen, Schwule aufgrund eines “Verbrechen gegen die Natur” zu verhaften. Der Landrat verabschiedete am Mittwoch einstimmig eine Resolution an die regionalen Abgeordneten, eine entsprechende Gesetzesinitiative in den Senat des Staates einzubringen. Es ist nicht das erste mal, dass der Landkreis mit Rückwärtsgewandtheit von sich reden macht: 1925 wurde ein Highschool-Lehrer zu einer Strafe von 100 US-Dollarn verurteilt, weil er die Evolutionslehre lehrte. Der regionale Justizbevollmächtigte wurde zugleich mit allen acht Stimmen des Landrates aufgefordert, eine Verordnung aufzusetzen, die es erlauben soll, Schwule aus dem Kreis zu verweisen.
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März 26th, 2006
Manchester Der britische Sender ITV strahlt am 12. April den ersten schwulen Zungenkuss in der Geschichte der “Coronation Street” aus. Lange Zeit war im “Lindenstraßen”-Vorbild keine Homoerotik zu sehen, bis im letzten Herbst der Teenager Todd den Bruder seiner Freundin kurz küsste. Seitdem zeigte die Serien Todd im Wechselbad der Gefühle. In der Folge im April wird Todd bei seinem ersten Ausflug in Manchesters Gay Village einen jungen Krankenpfleger kennenlernen, und sich später bei seiner schwangeren Freundin als schwul outen, berichten britische Medien am Donnerstag.
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März 26th, 2006
Dass die Libertines rocken können, haben die vier Jungs aus England schon bewiesen. Jetzt legt Schnuckel-Sänger Pete ein Liebeslied vor.
Vor gut eineinhalb Jahren, als sich die Musikwelt im Überraschungserfolg der Strokes sonnte und immer mehr unbekannte Bands an die Öffentlichkeit drangen, wurden auch die Libertines bekannt - vier Jungs aus London um die beiden Sänger und Gitarristen Peter Doherty und Carlos Barât. Die erste Single stieg direkt in die Top 40 ein, das Album “Up the bracket” wurde ein Erfolg mit zwei weiteren Songs in den Charts, die Band von den Lesern des “NME” für den abwechslungsreichen Rock mit akztentreichen Texten zur besten neuen Band 2003 gewählt.
Doch fast wäre es nach dem erfolgreichen Start vorbei gewesen für die Libertines. Sänger Pete wurde im letzten Herbst, in einer der selten guten Geschichten, die das Rockleben schreibt, wegen Drogenmissbrauchs aus der Band geworfen, brach daraufhin voller Wut bei seinem Bandkollegen Carl ein und stahl Musikinstrumente, dieser zeigte ihn an, Pete landete vor Gericht und im Gefängnis, dann nach drei Monaten Knast überraschende Wiedervereinigung, jetzt in diesen Wochen erfolgreiche Tour durch ganz England.
“England’s screaming” titelte der “NME” dann auch letzte Woche, und die Tour der Libertines sorgt auch bei männlichen Fans für Begeisterung. Die Band, die der “NME” als “21st century’s Sex Pistols” lobt, spielt gerne mit Homoerotik - Pete fängt Konzerte gerne mal im Fummel an, am Schluss rocken beide Sänger mit nacktem, schweißübersätem Körper. Und lassen sich gerne auf Händen durch das Publikum tragen, selbst wenn, so Carl im “NME”, “da auch mal eine Männerhand in die Hose rutscht”.
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März 26th, 2006
Salt Lake City In Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah sind drei homo-erotische Photographien aus einer Ausstellung gestohlen worden - offenbar aus Zensur. Die Fotografien, die zwei männliche Mormonen-Missionare beim Umarmen und Küssen zeigen, hatten zuvor den Protest von mormonischen Studenten geweckt. So musste bereits zur Ausstellungseröffnung die Polizei anrücken, weil einige Studenten überdeutlich ihren Protest ausdrückten. Der Fotograf sagte, die Bilder seien die Originale gewesen, er habe keine Kopien. Nach mormonischem Glauben ist Homosexualität ein Grund zur Exkommunizierung.
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März 26th, 2006
Lusaka Die Regierung Sambias hat die Verbreitung von Kondomen in Schulen verboten. Obwohl das Land zu den Hauptbetroffenen der Aids-Krise gehört, sagte Erziehungsminister Andrew Mulenga, Enthaltsamkeit sei das beste Mittel gegen Aids. Personen, die Kondome in oder in der Nähe von Schulen verteilen, könnten demnächst bestraft werden. In Sambia ist jeder fünfte Bewohner HIV-positiv.
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März 26th, 2006
Der Kampf um die Rechte Schwuler und Lesben wird auch bei den Vereinten Nationen härter: Alireza Tootoonchian, iranischer Delegierter in der UN, erklärte im Namen der Organisation der Islamischen Konferenz Annan hätte eine interne Dienstanweisung zugunsten von UN-Angestellten mit einem gleichgeschlechtlichen Partner nicht ohne Zustimmung der Vollversammlung geben dürfen. Die OIC ist ein Zusammenschluss von Ländern mit überwiegend islamischer Bevölkerung wie den meisten arabischen Staaten, der PLO, Albanien, aber auch dem EU-Anwärter Türkei.
Annan hatte den gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern die gleichen Rechte gibt wie Partnern in heterosexuellen Beziehungen zugebilligt – jedoch nur, solange im Herkunftsland solche Lebensgemeinschaften rechtlich anerkannt sind. Das ist nur in gut einem Dutzend der 191 UN-Mitgliedsstaaten der Fall, die meisten davon sind EU-Staaten. Im Gegensatz dazu verbietet über ein Drittel der “UN-Familie” Homosexualität mit teilweise drastischen Strafandrohungen.
Der größte Verbündete der OIC in dieser Frage ist der Vatikan. Obgleich der Papststaat nicht Mitglied der Vereinten Nationen ist, schickte er eine Protestnote an die UN: “Diese Politik verstößt gegen das Verständnis von Familie, wie es in der Erklärung der Menschenrechte enthalten ist.” Der Vatikan sieht in Annans Akt die Gesellschaft an sich in Gefahr. “Für uns ist die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau und damit die Grundlage der Familie, die wiederum das Grundgerüst der Gesellschaft ist”, so ein Sprecher.
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März 26th, 2006
Hamburg Die Hamburger CDU hat in ihrem “Regierungsprogramm 2004 - 2008″ unter dem sechsten Punkt “Familie fördern - soziale Stadt gestalten” angekündigt, sich dafür einzusetzen, “dass die Rechtsstellung von Lebenspartnerschaften überprüft und möglichst verbessert wird”. Dazu erklärte Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes “Die Hamburger CDU ist der erste Landesverband der CDU, der offiziell von der bisherigen Blockadehaltung der CDU/CSU abrückt. Das begrüßen wir sehr und hoffen, dass Hamburg dieser Ankündigung bald Taten folgen lässt.” Bruns kritisierte gleichzeitig das Nichtstun der rot-grünen Bundesregierung. Der nun allein regierende CDU-Senat unter dem schwulen Bürgermeister Ole von Beust und dem schwulen Justizminister Roger Kusch hatte allerdings bereits in der letzten Legislaturperiode mehrfach eine Initiative für eine Verbesserung der Homo-Ehe angekündigt, jedoch nie umgesetzt.
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März 26th, 2006
Altötting Nach dem Streit um einen Christopher-Street-Day im bayrischen Wallfahrtsort Altötting ist der grüne Kreis- und Stadtrat Gunter Strebel aus der Partei ausgetreten, berichtet der “Alt-Neuöttinger Anzeiger”. Mit der Politik des schwulen Kreisvorsitzenden Thomas Grahammer, der den CSD in diesem Sommer samt Parade plante, sei er nicht einverstanden: “Ich kann diese Skandalisierung der Politik nicht mehr gut heißen”, sagte der 42-jährige Strebel. “Haben wir kein anderes Problem, als den CSD zu organisieren?”, so der Sozialpolitiker, die Probleme junger Leute seien wichtiger. Die Integration der Homosexuellen sei eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Doch Schwule und Lesben verfügten meist über gute Netzwerke und vor allem auch über finanzielle Mittel. “Sie haben meist nicht die Probleme wie beispielsweise allein erziehende Frauen”, so Strebel laut “Alt-Neuöttinger Anzeiger”. Zudem habe Grahammer die Interessen der Partei und seines CSD-Organisationsvereins zu wenig getrennt und die Grünen im Landkreis zu spät und ungenügend informiert.
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März 26th, 2006
New York Der Generalstaatsanwalt von New York hat zwei Geistliche angezeigt, nachdem sie in der kleinen Gemeinden New Paltz schwule und lesbische Paare getraut hatten. Die Priesterinnen der “Unitarian Universalist”-Kirche hatten 13 Paare ohne die dafür erforderlichen Papiere getraut, nachdem der Staat zuvor dem Bürgermeister entsprechende Zeremonien veroten hatte. Im Falle einer Verurteilung droht ihnen eine bis zu einjährige Gefängnisstrafe oder eine Geldbuße zwischen 25 und 500 Dollar. Ein Anwalt der Geistlichen kündigte an, dass die beiden Kirchenfrauen beim Gerichtstermin am kommenden Montag auf “nicht schuldig” plädieren werden.
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