Arthaus bringt am 22. Juni eine 5er DVD Box zu Ehren des ?New Queer Cinema? heraus. Mit dabei: vier ausgew?hlte Spielfilme und eine historische Dokumentation zu queeren Aspekten im Hollywoodfilm. Wer von uns wei? heute noch, dass queere Charaktere jahrelang Gefangene der Traumfabrik in Hollywood waren? Oder dass Regisseure und Autoren gegen eine Zensurbeh?rde ank?mpfen mussten wie politische Kritiker in sozialistischen Gesellschaftssystemen? Jede ?schwule Geste? musste chiffriert werden, weil sie wie eine Ladung Sprengstoff eine gesamte Filmproduktion aufs Spiel setzen konnte.
DVD Neuerscheinung raquo;Gay Cinema EditionDer Begriff raquo;New Queer Cinema wurde 1992 von der US amerikanischen Filmkritikerin B. Ruby Rich geprägt, der aufgefallen war, dass unheimlich viele queere Filme auf Festivals eingeladen wurden, die den Einbruch einer neuen Form des filmischen Erzählens und des spielerischen Umgangs mit Stilen und Perspektiven markierten und mit einem bisher nicht da gewesenem Stolz das Spiel mit den Identitäten zelebrierten. So oder so ähnlich kann man es gerade in den Feuilletons nachlesen, schlieszlig;lich feiert heuer eine wichtige Filmbewegung ihren 15. Geburtstag auch das jüngst in Wien stattgefundene Queer Film Festival raquo;identities, das mit einem neuen Besucherrekord zu Ende ging, widmete dem raquo;New Queer Cinema einen eigenen Schwerpunkt.
Grund genug auch für ein DVD Label wie Arthaus, einem solchen Geburtstag zu huldigen oder zumindest ihn zum Anlass zu nehmen, um eine Sonderedition herauszubringen: Für die raquo;Gay Cinema Edition hat man sich beim schwul lesbischen Label raquo;Pro Fun eine Lizenz ausgeborgt, um mit der Dokumentation raquo;The Celluloid Closet die vier eigenen queeren Spielfilme aus der Box einzuordnen, die zu einer Zeit entstanden, die für die Dokumentation von Rob Epstein und Jeffrey Fiedman noch Zukunftsmusik war. Wer sich für die Geschichte der Emanzipation queerer Charaktere im Film interessiert, dem kann raquo;The Celluloid Closet ans Herz gelegt werden. In dieser Dokumentation, die etwa zeitgleich zur B. Ruby Richs ausgerufener Geburtsstunde der raquo;New Queer Cinema Bewegung entstand, erfährt man nicht nur Aufregendes von Zeitzeugen aus dem Hollywoodfilmgeschäft zum Thema (u.a. Tony Curtis, Whoopi Goldberg, Susan Surandon, Tom Hanks), man wird auch für einen ganz besonderen Blick auf die Filmgeschichte sensibilisiert. Wer sich also für die Antwort auf die Frage interessiert, was Ben Hur und Laurel amp; Hardy gemeinsam haben, der sollte seinen filmischen Ausflug mit dieser DVD aus der Box beginnen.
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Edition Salzgeber brachte am 25. Juni eine ungew?hnliche Kurzfilmrolle auf DVD heraus: Filme des deutschen Filmemachers Jan Kr?ger, die im Zeitraum von 2000 2007 entstanden sind. Unter dem Titel ?Verf?hrung von Engeln? verbergen sich 4 kleine filmische Perlen ?ber Engel, Freunde und Liebhaber. Den Namen Jan Kr?ger sollte man sich merken, er wird einer von denen sein, die endlich wieder gro?es deutsches Kino machen.
Seine Filme leben. Und was noch viel wichtiger ist: In ihnen erkennt man das Leben. Wer sich auf seine Filme einlässt, wird auf jeden Fall dort getroffen, wo es weh tut.
Jan Krüger hat ein ähnliches Talent wie Francois Ozon einer der ganz groszlig;en, einer der all die Jahre gegen den filmischen Gleichstrom geschwommen ist. Seine Kurzfilme hatten damals schon für Aufsehen gesorgt. Salzgeber hat ein goldenes Händchen bewiesen und die Kurzfilme von Jan Krüger vor ein paar Tagen ins Kino gebracht. Kurzfilme werden viel zu selten von den groszlig;en Labels auf DVD veröffentlicht, nach wie vor gehört der Kurzfilm zu den am meisten unterschätzten Filmgenres. In drei Minuten stecken oftmals mehr Kraft als in einem zweistündigen Epos. Und der erste Drei Minuten Film von Jan Krüger ist entwaffnend: Verführung von Engeln. Krüger erzählt beobachtend, frei, poetisch und kompromisslos, vertraut sich der Kraft der Musik an. Er tastet sich an die Stellen vor, die weh tun. Und er bekommt diese Unruhe und diesen Schmerz zu fassen, diese Schwebezustände zwischen Nähe und Distanz, Abhängigkeit und Loslassen. Damit bricht Krüger gängige filmische Erzählmuster. Dies gelingt ihm, weil er sich beim Filmemachen auf seinen eigenen inneren Fluss einlässt und es schafft, seinen kleinen filmischen Kosmos loszulassen und dem Zuschauer mit viel Mut zur Poesie vorsichtig zu überreichen. Die besten Filme dieser Kurzfilmrolle sind deshalb auch raquo;Verführung von Engeln und raquo;Freunde. Vorsicht: Beide Filme marschieren mitten in Dein Herz.
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Wie weit w?rdest du gehen um den Mann deiner Tr?ume zu bekommen?Im ersten Teil von ?Eating Out? hatte Kyle noch versucht, seinen neuen Hetero Mitbewohner davon zu ?berzeugen, dass er sich nur als Homo ausgeben m?sste und ihm w?rden die Frauen reihenweise zu F??en liegen. Vorhang auf zur zweiten Runde von ?Eating Out?, dem ersten amerikanischem Gay Sequel, in der sich der liebreizende Kyle (?American Idol? Star Jim Verraros) erneut auf die Suche nach dem Mann seiner Tr?ume macht, und f?r dieses Gl?ck schamlos bereit ist, so ziemlich alles zu tun.
Zynischer Ratschläge nie müde ist dabei seine beste Freundin Gwen, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Tiffani. Als sich Kyle nun in den attraktiven, vermeintlich heterosexuellen Troy verguckt ? der höchst ansprechend als Aktmodell jobbt und als Neuankömmling in der Stadt auf der Suche nach Anschluss ist ? mimt der schüchterne Schwule zunächst den Hetero, um Troy näher zu kommen. Doch auch Kyles sportlicher Ex Lover Marc hat ein Auge auf das raquo;Frischfleisch geworfen und rückt dem ahnungslosen Troy mit eigenen Verführungsplänen auf die Pelle.
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Polen gilt derzeit als das intoleranteste Land in Europa, wenn es um die Rechte Homosexueller geht. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass 89 Prozent der polnischen Bev?lkerung Homosexualit?t f?r abnorm h?lt. Seit der Wahl von Lech Kaczynski zum polnischen Pr?sidenten der im ?brigen propagiert, dass Homosexualit?t zur Vernichtung der menschlichen Rasse f?hren k?nnte stieg die Zahl homophober ?bergriffe in Polen sprunghaft an.
Vor diesem Hintergrund muss man den ersten schwulen Spielfilm Polens, raquo;Homo Father, sehen, den die Edition Salzgeber gerade in ihr DVD Programm aufgenommen hat.
Wenn die politische Atmosphäre und die schleichende Zensur in einem Land Minderheiten unterdrückt, finden diese meist einen anderen Weg, um gehört zu werden. Seit einigen Jahren schon tauchen auf dem polnischen Filmmarkt immer mehr kleine, unabhängig produzierte Filme auf, die jenseits der öffentlichen Förderungen entstanden sind. Künstler wie die beiden Brüder Dominik und Piotr Matwiejczyk als auch Bodo Kox gehören einer jungen Generation aufstrebender Filmemacher an, die sich nicht den Mund verbieten lassen und nach neuen Formen filmischen Erzählens suchen, egal ob sie Geld für einen Film haben oder nicht. So erlangte auch Piotr Matwiejczyks kleiner, aber feinerFilm raquo;Homo Father, der in Polen verboten wurde, einen gewissen Bekanntheitsgrad. Der Film wurde bereits mehrfach auf internationale Filmfestivals eingeladen und ausgezeichnet.
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Das Gay Drama ?Boy Culture? legte in den USA einen ph?nomenalen Kinostart hin und das obwohl es mit Filmen wie Zack Snyders ?300? zu konkurrieren hatte. Das mag auch an den vielen guten Filmbesprechungen liegen, die es im Vorfeld bspw. in der ?New York Times? und der ?Los Angeles Times? zu Q. Allan Brockas neuem Film gegeben hat. In Deutschland startet er bereits am 12. April (Verleih Pro Fun).
raquo;Boy CultureDer Film entstand nach einem Roman von Matthew Rettenmund und ist die aufregende Beichte eines überaus erfolgreichen Edel Callboys mit dem Namen X. X liebt seinen Beruf und noch viel mehr das Geld, das er dabei verdient, um sich seinen exquisiten Lifestyle zu finanzieren. Dessen ungeachtet, hat er dabei nie mehr als zwölf Kunden in der Kartei seine raquo;Jünger, wie er sie nennt. Sein schickes Loft teilt er mit seinen beiden attraktiven Mitbewohnern: Dem gerade erst volljährig gewordenen Joey, der mit aller Kunst versucht, X zu verführen. Doch X mag Andrew. Und Andrew kann sich nicht auf einen Mann festlegen. Aber X möchte sich im privaten Leben für den richtigen aufheben, obwohl er sein Geld mit Sex verdient. Da taucht Gregory auf ein zurückgezogen lebender Gentleman und Connaisseur der alten Schule. Und bevor sich Gregory von X gegen Geld verwöhnen lässt, erzählt er ihm eine auszlig;ergewöhnliche, Liebesgeschichte, die fünfzig Jahre andauerte. Am Ende spürt X endlich das, was er seit Jahren in seinem Job unterdrückt hat: Emotionen.
Da der deutsche Pro Fun Verleih, der ausschliesslich Queer Filme im Programm hat, seine Kinofilme unglaublich schnell auf DVD veröffentlicht, werden Kinofans sicher auch bald hier in österreich in den Genuss des mit mehreren Awards ausgezeichneten filmischen Sahnehäubchens kommen.
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Edition Salgeber legt einen Independend Dokumentarfilmklassiker von 1987 neu auf: ?Before Stonewall? erz?hlt die Geschichte des Sichtbarwerdens von Schwulen und Lesben in der amerikanischen Gesellschaft von dem Tag an als die Bilder laufen lernten. Das ist ein St?ck schwul lesbischer Geschichte zum Anfassen eine Geschichte, der man sich bewusst sein sollte, denn sie hat Dich und das was Du bist gepr?gt.
Das wunderbare an diesem Film ist, dass man mit den Protagonisten in den Jahrzehnten herumwandert als hätte man selbst in dieser Zeit gelebt. Mit Hilfe von Dokumenten, Filmausschnitten, Fotos und Interviews haben es die Filmemacher geschafft eine hochinformative Verkettung von Ereignissen herzustellen, ohne ihnen die Lebendigkeit zu entziehen. Wir haben es hier also mit nicht mit einer toten Geschichte oder einer trockenen geschichtlichen Filmdokumentation zu tun. Das liegt wohl in erster Linie daran, dass die Filmemacher mit raquo;Before Stonewall eine ebenso groszlig;artige Pionierarbeit geleistet haben wie die Protagonisten in ihrem Film.
Man merkt dem Film die Liebe für diese Menschen an, der sie in erster Linie als einzigartige und besondere Individuen respektiert. Ihre Geschichten sind so stark, dass sie nicht hinter den vielen Einzelschicksalen verschwinden. Was sie zu erzählen haben, hat eine genauso groszlig;e Kraft wie die geschichtlichen Ereignisse, deren Spiegel sie sind. Und dieser Film entstand zu einer Zeit als es noch keine Tradition des so genannten Queer Cinema gab. Das ist einer jener Filme, der einem ohne erhobenen Zeigefinger begreiflich machen kann, dass wir Menschen für das, was passiert, verantwortlich sind.
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Er war Regieassistent bei Robert Altman und ging später zum französischen Fernsehen, für das er im Jahr 2000 einen seiner persönlichsten Spielfilme drehte: raquo;Nur eine Frage der Liebe wird nun von der Edition Salzgeber in der Rubrik raquo;Gay Classics auf DVD veröffentlicht.
raquo;Nur eine Frage der Liebe gehört zu den ersten Filmen über Homosexualität, die damals auf einem der beliebtesten Sendeplätze im öffentlich rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Und zur überraschung der französischen Kritiker hatte ein französischer Fernsehfilm selten so hohe Einschaltquoten (6 Millionen Zuschauer) wie Faures Film über die Schwierigkeiten eines Coming Outs in einer französischen Kleinstadt.
Nach der Ausstrahlung des Filmes erhielten die beiden männlichen Hauptdarsteller, die sich im Film ineinander verlieben, über 2.000 Liebesbriefe. Der damals erst 22 Jahre alte Schauspieler Cyrille Thouvenin, der quasi über Nacht zum Star wurde, erklärte später in einem Interview: raquo;Ich habe Briefe erhalten, die aus einer richtigen Not heraus geschrieben wurden und ich habe denen geantwortet, die wirklich Hilfe brauchten.
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Man hat auf jeden Fall nichts verpasst, wenn man diesen Film nicht gesehen hat. Der erste in Eigenregie gedrehte Spielfilm von Joe Castro, der eigentlich als Special Effect Künstler beim Film arbeitet, setzt nur auf Look, die Geschichte, die eigentlich spannend sein könnte, verpufft und zieht sich kaugummiartig in die Länge. Inszenieren kann er, ebenso hat er ein Gefühl für die richtige Bildkomposition und eine unverkennbare Vorliebe für theatrale Künstlichkeit, aber das worauf es bei einem guten Film ankommt, fehlt komplett.
Eine Geschichte erzählen zu können, die fesselt, ist zumindest bei diesem Film nicht der Fall. Und wenn man bei einer Länge von nur 72 min beginnt die DVD raquo;vorzuspulen, um möglichst schnell die gut gebauten Jungs wieder zu sehen, weil der Rest nervt, ist das kein gutes Zeichen.
Pro Fun führt raquo;Schmutzige Begierden als kürzeste Soap des Jahres ein, aber ehrlich gesagt, auch eine Seifenoper will gut erzählt sein oder zumindest sollte sie ein Fünckchen an Komik besitzen.
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Regisseur Todd Stephens hat mit raquo;Another Gay Movie den Film gedreht, den er als schwuler Jugendlicher gern gesehen hätte: Ein unterhaltsames Statement für Toleranz und Freiheit, bei dem man gleichzeitig über die schwule Community lachen kann. So beschreibt er seinen Film jedenfalls. Herausgekommen ist aber eine schwule Variante von raquo;American Pie.
Auch wenn Stephens vor hatte, in seinem Streifen nicht nur stereotype Schwule darzustellen, treten bei ihm reihenweise gut aussehende, überzogene Stereotypen in einer schwulen künstlichen Bonbonwelt auf. raquo;Another Gay Movie sollte die Antwort sein auf den aktuellen Zustand der schwulen Filmlandschaft, der laut Stephens zum gröszlig;ten Teil nur aus Coming out Geschichten und romantischen bzw. schwulen Dramen besteht. raquo;Das ist alles nicht wirklich überraschend. Die schwule Filmbranche brauchte einen Tritt in den Arsch, sagte sich Stephens und wollte den raquo;schwulsten Film machen, den es überhaupt geben kann und der sollte dann auch noch einschlagen wie eine Bombe.
raquo;Another Gay Movie ist allerdings eine schwule Bombe auf US amerikanisch: Künstlich, schrill, überzogen und flach. Natürlich sind Lachsalven garantiert und es ist auch völlig in Ordnung, dass man mal so richtig auf die schwulen Schenkel klopfen kann mehr ist allerdings nicht drin. Zumindest hat die schwule Community jetzt ihr eigenes raquo;American Pie, was auf eine gewisse Art und Weise irgendwie politisch ist. Aber ob die Welt des schwulen Films diesen Film als Antwort auf sich selbst gebraucht hat, ist fraglich.
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Thailändische Filme haben es schwer auf dem europäischen Markt, zu unterschiedlich sind die Geschmäcker des Publikums. Für die Edition Salzgeber war dies offensichtlich der Grund, bei der Vermarktung der neuen DVD raquo;Right by me ? An meiner Seite etwas zu sehr auf die Pauke zu hauen.
raquo;Die DVD des Films wurde in Thailand von den Zensurbehörden verboten, heiszlig;t es auf dem Cover, raquo;Homosexualität ist für sie ein westliches Phänomen, in Thailand darf es das nicht geben. Was natürlich absoluter Blödsinn ist: In kaum einem anderen Land der Welt kommen soviele queere Filme in die Kinos wie im ehemaligen Siam, zuletzt sorgte raquo;Bangkok Love Story über die schwule Liebe eines Polizisten zu einem Auftragskiller für Aufsehen. Dass es die Low Budget Produktion raquo;Right by me nicht in die groszlig;en Theater und auf DVD geschafft hat, liegt weniger an Zensur, sondern vielmehr an der mangelnden handwerklichen Qualität des Streifens.
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