März 29th, 2006
Hamburg Zwei Unionspolitiker fordern deutsche Männer zu mehr sexueller Aktivität auf. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer sagte der “Bild”-Zeitung, die sinkende Zahl der Geburtenraten sei “ein Armutszeugnis für viele Männer”. Der sechsfache Vater meinte ferner, dass Kinder die Zukunft seien und die Deutschen wieder mehr daran arbeiten müssten, ansonsten würden sie im Ausland als “Schlappschwänze” verspottet. Verstärkung bekam Singhammer vom hessischen CDU-Abgeordneten Armin Klein, selbst zweifacher Vater, der ebenfalls in der “Bild”-Zeitung “mehr Mut zum Sex mit Folgen” forderte. Im Hinblick auf die kritische Lage der Rentenversicherung fügte Klein hinzu: “Die Selbstverwirklichung, die bei vielen zum Leben ohne Kinder geführt hat, ist in die Hose gegangen.”
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März 29th, 2006
Harare Der frühere Berater und Sprecher von Simbabwes Präsident Robert Mugabe, David Nyekorach Matsanga, behauptet, Informationsminister Jonathan Moyo sei schwul. Matsanga sagte, er habe Haarproben des Ministers untersuchen lassen, daraus habe sich ergeben, dass Moyo “weibliche Hormone” habe und daher schwul sei. “Ich habe die gesamten Haarproben aus seinem eigenen Haus geholt”, so Matsanga in einer Presseerklärung, “dann hat ein guter Freund von mir, ein Professor in einem Londoner Hospital, forensische Tests durchgeführt. Ich habe das Ergebnis dann mit Leuten verglichen, die nachweislich schwul sind. Das Ergebnis war, dass 94 Prozent von Moyos Zellen weiblich schwul sind.” Matsanga sagte ferner, dass Moyo mit diesen Hormonen “Frauen natürlicherweise hasst” und deshalb seine “stets sturzbetrunkene Frau” wiederholt geschlagen habe. Ende Mai hatten Matsanga und Moyo einen heftigen Streit, nachdem Matsanga einem Nachrichtenteam des britischen Senders “Sky News” erlaubt hatte, Präsident Mugabe in Harare zu interviewen. Moyo war jedoch strikt dagegen und befahl, die kaum angekommenen Journalisten wieder des Landes zu verweisen. In Simbabwe steht Homosexualität unter Strafe, Präsident Mugabe hat wiederholt gesagt, dass Schwule seiner Meinung nach “schlimmer als Schweine und Hunde” seien.
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März 29th, 2006
“Die Gegenwart ist voller Echos aus der Vergangenheit”, sagte Derek Jarman dereinst. Eine Weisheit, die für den Künstler und Filmemacher, der im Februar 1994 an den Folgen von Aids starb, nicht so ganz zutrifft. Denn trotz seines beeindruckenden Schaffens sind seine Echos im zehnten Jahr nach dessen Tod ganz leise geworden. Der britische Dokumentarfilmer Andy Kimpton-Nye hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Verstärker zu dienen und hat Anfang des Jahres den Film “Derek Jarman – Life As Art” fertig gestellt. Als Hommage an Jarman wird die Doku in den kommenden Monaten in Europa noch zu sehen sein, in Deutschland womöglich bei den Schwul-lesbischen Filmtagen in Hamburg.
“Ich wollte früher Schauspieler werden, und hörte Anfang der Achtziger, dass Derek Jarman Leute für seine Produktionen sucht. Also klopfte ich bei ihm an”, erzählt Kimpton-Nye. Es war ein beeindruckendes Treffen. “Er servierte Tee und Kekse – sehr britisch – und redete dann die ganze Zeit mit Dir, als ob ich ein guter Freund sei.” Aus dem Job und der Schauspielerei wurde dann zwar nichts, dafür ist Kimpton-Nye heute ein vielbeschäftigter Produzent und Regisseur für Fernsehmagazine, Dokus und TV-Filme. Was von der Begegnung mit Jarman blieb, das war das Gefühl, einem sehr warmherzigen Menschen begegnet zu sein. Ein Gefühl, dass alle, die Kimpton-Nye im Rahmen der Doku interviewt hat, teilen. Er holte viele aus der Familie, dem Freundeskreis und den Kollegen vor die Kamera, um sie sich erinnern zu lassen: Tilda Swinton und Christopher Hobbs, James Mackay und Simon Fisher Turner, Nigel Terry und Tariq Ali, Peter Tatchell und Jill Balcon. Sie zeichnen allesamt ein Bild voller Liebe und Respekt. Kimpton Nye nähert sich Jarman, den er für ein Genie hält, indem er dessen Stil kopiert. Der junge Jarman begann seine filmerische Arbeit mit einer Super-8-Kamera, die er billig erstehen konnte. Zwischen das Videomaterial schneidet Kimpton-Nye die verwackelten grobkörnigen und fehlfarbigen Aufnahmen, die er während der Interviews mit Super-8 drehte. Die ausgewaschenen Szenen verstärken den Eindruck, dass man hier etwas über jemanden erfährt, der langsam aus dem kollektiven Gedächtnis verschwindet. Leider fand sich keine Sendeanstalt, um die Dokumentation zu produzieren, Kimpton-Nye steckte sein eigenes Geld in den Film. Deshalb sind nur sehr wenige Fotos und Ausschnitte aus Jarmans Filmen zu sehen.
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März 29th, 2006
Die neue CD der Corrs verspricht einen entspannten Sommer. Mit viel Feingefühl zelebrieren sie leichte Melodien und überzeugen mit “Borrowed Heaven” auch viele Gays.
Das neue Album “Borrowed Heaven” der irischen Geschwister-Gruppe erscheint knapp vier Jahre nach dem letzten Werk “In Blue” und geht weiter den konsequenten Weg der vier in Richtung Mainstream. Musik oder Einflüsse aus ihrer Heimat finden sich nur wenige auf der CD, allerdings wurden alle zwölf Titel von den Geschwistern selbst geschrieben. Eine Tatsache, die man den Corrs unbedingt zu Gute halten sollte. Auch wenn der Sound und die Melodien hauptsächlich auf Nummer sicher gehen, handelt es sich bei “Borrowed Heaven” in keinster Weise um ein schlechtes Pop-Album. Gleich der Eröffnungstitel und erste Single “Summer Sunshine” klingt perfekt für den leider noch nicht so richtig angekommenen Sommer. Kein Wunder, dass der Song im Radio bereits rauf und runter läuft. Vielleicht kann man ja so Mutter Sonne noch bekehren.
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März 29th, 2006
Einer der größten Stars von Hetero-Pornos weiß, wer an dem Ausbruch von HIV unter kalifornischen Pornodarstellern im April schuld war, der die gesamte Industrie einen Monat lang lahm legte. Ron Jeremy – genannt “Der Igel” wegen seiner üppigen Rückenbehaarung – macht eine brasilianische Transsexuelle verantwortlich.
Der Virus ging vom Pornodarsteller Darren Thomas aus, der nachweislich mit 53 Kolleginnen Sex hatte – drei von ihnen hat er dabei angesteckt. “Schau dir den Typen an, der wurde unvorsichtig”, kommentiert Jeremy die Infektion gegenüber der Zeitung “Times Leader”, und bietet gleich seine Interpreation an: “Mein Bauch sagt mir, der ist nach Brasilien gegangen und kam dann mit HIV zurück, weil er sich mit einer Transsexuellen eingelassen hat. Ich will ja keine Gerüchte in die Welt setzen, aber so muss es einfach gewesen sein. Denn, wie ich die Dinge sehe, ist die Gefahr gleich null, sich so etwas von einer echten Frau einzufangen.” Das wüsste er auch aus eigener Erfahrung: “Ich kannte eine Darstellerin, die jahrelang infiziert war und mit vielen Männern Sex hatte. Nicht einer hat den Virus abbekommen”, so der 51-Jährige, der 1979 mit dem Porno “Tigresses… And Other Man Eaters” sein Film-Debüt hatte.
In der US-Pornofilmindustrie benutzen insgesamt nur 17 Prozent der Darsteller Kondome. Präservative gelten als “Karrierekiller”, da sich Videos mit Safer Sex vor allem im Hetero-Bereich sehr schlecht verkaufen. Manche Produktionsfirmen wie Vivid Entertainment haben jetzt jedoch Kondompflicht eingeführt, um ihre Darsteller zu schützen. Insgesamt werden in den USA 4.000 Pornofilme pro Jahre produziert, die einen Umsatz von über 13 Millarden Dollar erwirtschaften.
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März 29th, 2006
Paris Die konservative Regierung in Frankreich hat ein Gesetz gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben beschlossen. Fortan soll die “Anstachelung zu Diskriminierung, Hass oder Gewalt gegenüber Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Orientierung” verboten sein. Bei Nichtbeachtung kann eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr sowie Geldstrafen bis zu 45.000 Euro verhängt werden. Das Gesetz soll im Juli die parlamentarischen Hürden nehmen und kurz darauf in Kraft treten. Die rot-grüne Regierung in Deutschland hat wegen Bedenken vor allem auf Seiten der SPD bislang noch keinen Gesetzesentwurf für ein Antidiskriminierungsgesetz vorgelegt.
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März 29th, 2006
Berlin Die Veranstalter des verbotenen “Equality Pride” in Warschau erhalten am Samstag einen Zivilcouragepreis auf dem Berliner CSD. Damit werden sie für ihren Einsatz gegen die Diskriminierung gewürdigt. Warschaus Bürgermeister Lech Kaczynski hatte den CSD verboten, da er eine “Gefahr für die öffentliche Moral” darstelle und “sexuell obszön” sei. Davor war es bereits beim Krakauer CSD zu Auschreitungen von Gegendemonstranten gekommen Morgen findet daher eine von Homo-Gruppen organisierte Demonstration vor der polnischen Botschaft statt
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März 29th, 2006
Washington Die amerikanische Homo-Lobbygruppe Human Rights Campaign gibt 10 Millionen Dollar für eine Kampagne anlässlich der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im November aus. “Die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben steht auf dem Spiel, daher wollen wir diesen Kampf zur Wahlurne tragen”, erklärt die HRC-Vorsitzende Cheryl Jacques. Hintergrund ist der Versuch von republikanischen Parlamentariern, das Verbot der Homo-Ehe in der Verfassung festzuschreiben. Die HRC will über 200 Kandidaten vor allem mit Fernsehspots unterstützen. Außerdem will sie sich bei den Präsidentschaftswahlen für den demokratischen Bewerber John Kerry einsetzen. Dieser ist zwar gegen die bundesweite Einführung der Homo-Ehe, sei aber trotzdem “einer unserer größten Fürsprecher”, so Jacques.
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März 29th, 2006
Transsexuelle werden bei Big Brother international zum Trend: Nach dem etwas peinlichen Auftritt von Maxine in der deutschen Version treibt seit knapp einem Monat die portugiesisch-stämmige Nadia ihr Unwesen. Die Moderatorin erklärte den Zuschauern beim Einzug von Nadia genüsslich, dass die 27-Jährige als Mann geboren worden war; den Mitbewohnern verschwieg sie diese Information aber.
Im Gegensatz zu Deutschland, wo Big Brother im Mini-Sender RTL II läuft, ist die Show in Großbritannien mit teilweise über sieben Millionen Zuschauer nach wie vor einer der ganz großen Renner – und das bereits in der fünften Staffel. Um die Sendung interessant zu halten, werden deshalb Konflikte bewusst geschürt: So befinden sich neben Nadia noch zwei Lesben, zwei Schwule und ein gläubiger Muslim unter den Bewohnern. Dazu kommen die auch in der deutschen Ausgabe gerne genommenen Proleten.
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März 29th, 2006
Chicago Ein anti-schwuler Politiker wird von einer Schauspielerin aus der Star-Trek-Reihe beschuldigt, sie zum öffentlichen Sex gezwungen zu haben. Jack Ryan aus Chicago, der für die Republikaner in den Senat einziehen möchte und mit Familienwerten wirbt, wird von seiner Ex-Frau Jeri Lynn Ryan vor Gericht beschuldigt, sie mehrfach zu Besuchen in Sex-Clubs und zu öffentliche Sex angehalten zu haben – und bei Nichterfüllen des Wunsches aggressiv beleidigt zu haben. Das Paar wollte den Gerichtsstreit geheim halten, auch um den gemeinsamen Sohn Alex nicht zu schädigen, ein Richter entschied sich aber für die Veröffentlichung. Ryan setzt sich gegen Abtreibung und die Homo-Ehe ein, da nur die “traditionelle Ehe” durch das Gesetz geschützt sein sollte.
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