März 26th, 2006
“Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder. Ich bin 34, und ich weiß, ich bin schwul. Was soll ich tun?” Der O-Ton eines Mittdreißigers, aufgezeichnet im Internet. Auf einer Webseite für solche “Spezialfälle”. Das Forum www.co30.de, das seit zwei Jahren online ist, ist eine Börse für Erfahrungsaustausch und Ratschläge von und für die sogenannten “Spätzünder”. Männer und Frauen, die ihre Jugend hinter sich, das Coming out aber noch vor sich haben.
Der Münsteraner Ansgar H. hat seinerzeit die Idee spontan umgesetzt. “In den Diskussionsforen anderer Websites wurde das Thema Coming out ab 30 nur unregelmäßig aufgegriffen. Die Diskussionen verliefen dann aber immer wieder im Sande”, berichtet der Webmaster. “Auch in der Literatur, in den Ratgebern findet der co30er wenig bis gar nichts.”
Seitdem sorgt er für Vernetzung durch Linktipps, Literaturlisten, Live-Chats und direkten Erfahrungsaustausch. “Hi, bin 30 und gerade dabei, mein Coming Out zu erleben”, schreibt Heiko in das Forum. “Ist total super, aber ich ärgere mich, dass ich zehn Jahre meines Lebens verschenkt habe…” Ein sehr typisches Gefühl, wie ihm viele in ihren Antworten bestätigen. Man ärgert sich darüber, sich in der Vergangenheit selbst etwas vorgemacht zu haben.
Für manche ist der Einstieg in die schwule Welt nicht sehr einfach: “Ich reagiere teilweise sehr depressiv, wenn reunde sich frisch verlieben oder gar heiraten”, lautet der Hilferuf von Mickey, der sich in einer Art Nach-Coming Out-Depression befindet. Anders als in der Pubertät, wo das Erwachen und Entdecken der Sexualität eine große Rolle spielt, sind es im 30er-Forum eher die Bindungs- und Beziehungsprobleme, die im Mittelpunkt stehen. Die Trennung von der heterosexuellen Partnerschaft, das Aufbauen neuer Freundeskreise und die Auseinandersetzung mit der neuen Identität, das alles sind Kraftakte, bei denen auf dieser Webseite geholfen wird, so gut es geht.
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März 26th, 2006
Sacramento Die Log Cabin Republicans, die schwule Gruppe in der republikanischen Partei, unterstützt Arnold Schwarzenegger bei den kalifornischen Gouverneurswahlen. Die Gruppe bezeichnet den Filmstar als „Integrationsfigur“, die den „Staat zurückgewinnen kann.“ Dagegen unterstützt Equality California, die größte schwul-lesbische Lobbygruppe im Staat, den von der Abwahl bedrohten Gouverneur Gray Davis. Dieser hatte am Freitag ein Gesetz über eingetragene Partnerschaften unterzeichnet, das Homo-Paaren in vielen Bereichen gleiche Rechte wie Heteros einräumt.
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März 26th, 2006
London Die homo-feindliche Section 28 ist ab dem 18. November abgeschafft. Dieser Beschluss erhielt die „königliche Zustimmung“, den letzten Schritt im Gesetzgebungsverfahren in Großbritannien. Section 28 war 1988 von Margaret Thatcher eingeführt worden und untersagte den Gemeinden in England und Wales die „Förderung“ von Homosexualität. Bereits seit ihrem Regierungsantritt 1998 hatte sich die Labour-Partei im Unterhaus für die Abschaffung von Section 28 eingesetzt, war aber wiederholt am konservativen Oberhaus gescheitert.
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März 26th, 2006
Berlin Ein religiöser Fanatiker hat die Premiere des Stückes „Klassentreffen“ mit Dirk Bach im Theater am Kurfürstendamm gestört. Der 44-jährige Hilfsarbeiter Andreas R. sprang kurz vor Ende des Stückes auf und beschimpfte lauthals Schwule. Er wurde von Sicherheitskräften aus dem Theater geworfen und erhielt Hausverbot. Dirk Bach spielt in „Klassentreffen“ einen Schwulen. Schon wiederholt hatte R. Proteste gegen Homosexuelle inszeniert. störte er Anfang letzten Jahres bei der Trauerfeier für Hildegard Knef die Rede von Klaus Wowereit
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März 26th, 2006
Allahs Wege sind unergründlich, die der Drehbuchschreiber ebenfalls: 2172 Folgen hat es gedauert, bis es in der Daily Soap Marienhof zum ersten schwulen Kuss zwischen zwei türkischen Männern kam.
Intensiv beteiligt an diesem sekundenkurzen Stück homophiler Fernsehgeschichte ist der türkische Schauspieler Ercan Karacayli der kürzlich zwei Wochen lang für Verwirrungen der Gefühle sorgte. Laut Storyline natürlich bei den Protagonisten der von Bavaria-Film produzierten Serie, aber auch bei den Fans der Soap.
Der in München aufgewachsene und in Nürnberg lebende Karacayli hat sich, so erzählt er, riesig auf diese Rolle gefreut. „Ich bin ja eher ein weicher Mann, und in dieser Rolle konnte ich diese Seite von mir besonders zeigen“, erklärt der Schauspieler, der in vielen TV-Krimiserien und auf Theaterbühnen zu sehen ist.
Zu weich sollte es allerdings dann auch wieder nicht sein, denn seinen Sohn fragte er vorher, ob der denn was dagegen hätte, wenn sein Papi im Fernsehen fremde Männer küssen würde. Dem war´s schnurzpiepegal, also ging Ercan ran an den Mann. Was ihm Lob von den Freunden einbrachte: „Die meinten, ich mache das ganz gut“, was seine türkische Mutter aber beinahe zu Tode erschreckte.
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März 26th, 2006
Er ist der wohl erfolgreichste Studienabbrecher der Melbourner Universität: Barry Humphries – besser bekannt in Fummel und Kitschbrille als Dame Edna – erhielt einen Ehrendoktortitel von der Uni, in der er Mitte der 50er Jahre einige Semester mehr schlecht als recht Jura-Vorlesungen besucht hatte. Der heute 69-Jährige brach sein Studium ab und tauschte das Bürgerliche Gesetzbuch gegen Silberpumps ein – und begann so seine Weltkarriere.
Im deutschen Fernsehen ist er ab Oktober wieder als Dame Edna zu sehen: Bei der Wiederholung der fünften Staffel von Ally Mc Beal dienstag abends auf Vox.
1956 schlüpfte der 1,90 Meter große Humphries in seiner One-Man-Show “A Nice Night’s Entertainment” erstmals in die Rolle der schrillen australischen Hausfrau Dame Edna. Mit ihr verkörpert er eine extravagante Witwe und Mutter, die in ihrer Freizeit am liebsten Tee trinkt und fotografiert. Als der wohl erste internationale Travestiestar begannen Humphries und seine Kunstfigur Dame Edna eine Karriere auf den Bühnen von London und dann in New York Diverse TV-Serien wie “An Audience with Dame Edna” und “A Night on Mount Edna” wurden weltweitete Quotenhits.
Grundstock für diesen Erfolg war das Jura-Studium: “Es war eine Zeit der Schinderei”, berichtet Humphries, “aber es war wichtig, denn um diese Schinderei etwas erträglicher zu machen, habe ich angefangen, beim Uni-Theater mitzuspielen, an dem ich befreiende anarchistische Streiche gespielt habe.” Noch heute hält sich Dame Edna an keine Konventionen, spielt spontan mit dem Publikum und macht so jede Vorstellung einzigartig.
Humphries glaubt, sich den Doktortitel redlich verdient zu haben. “Das meiste Geld, das ich verdient habe, ist an Anwälte geflossen”, sagt er bei der Zeremonie der Universität schelmisch. “Nun stehe ich vor Ihnen als dankbarer und demütiger Empfänger dieser Auszeichnung – aber ich muss Ihnen auch sagen: Sie schulden mir den Titel.”
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März 26th, 2006
Die oft schwulenfeindliche Haltung in den EU-Beitrittsländern könnte die gestärkten Homo-Rechte in Westeuropa gefährden. Davor warnt der Farid Müller “Es geht nicht zwangsweise immer voran”, erklärt der Vize-Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft. Um schwule Politik auch in Europa voranzubringen, will der 41-Jährige im kommenden Jahr ins Europaparlament gewählt werden.
“Europa braucht einen offen schwulen Abgeordneten”, so Müller, der in seiner Partei auch für Europaangelegenheiten verantwortlich ist. “Mit den Beitrittsländern drängen völlig andere Wertvorstellungen in die Europäische Union, die den Leitgedanken der Gleichberechtigung fast schon tradtionell in Frage stellen. Das ist uns Schwulen in Deutschland noch nicht richtig bewusst.”
Der Politiker selbst besuchte wiederholt Osteuropa: “Ich bin bei der Parade des Budapester CSD mitgelaufen; die Passanten haben uns dort mit eisernem Schweigen bergrüßt”, berichtet er. “Es war keine fröhliche Atmosphäre.” Wichtig sei es, in diesen Ländern Homo-Gruppen zu stärken, um in den nächsten Jahren einen Meinungsumschwung in den Beitrittsländern herbeizuführen.
Bereits jetzt geht es nicht nur vorwärts für schwul-lesbische Gleichberechtigung: So verlangt die EU zwar ein Antidiskriminierungsgesetz von den Mitgliedsstaaten – jedoch nicht zwingend auch für Homos. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ließ schon jetzt durchblicken, dass sie kein Gesetz gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben auf den Weg bringen will. Da mit der neuen europäischen Verfassung das Parlament größeren Einfluss gewinnt, könnten in sozialen Fragen konservative Abgeordnete aus Osteuropa die Rechte von Homos auch in der alten EU beschneiden.
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März 26th, 2006
Auch wenn sie sich sonst hervorragend verstehen, um die Nase gibt es immer wieder Streit zwischen dem Schwulen und seiner besten Freundin. Während sich Frauen ihre Höcker-, Lang-, Breit-, Sattel- oder Hakennase gerne für 3.000 Euro und mehr “korrigieren” lassen, kann der homosexuelle Riechkolben oft nicht markant genug sein. An der Nase eines Mannes erkennt man schließlich seinen… Charakter.
Umso schlimmer, wenn die schwule Nase dann ausgerechnet beim Cruisen glänzt wie ein Kinderpopo, rot leuchtet wie eine Ampel oder sich häutet wie eine Ringelnatter. Wie empfindlich das Geruchsorgan ist, weiß jeder, der am Strand schon mal mit der Sonnenmilch gegeizt hat… Doch mit ein paar kleinen Tricks kann man seine Nase gut in Schuss halten.
Eine spezielle Nasencreme ist in der Regel nicht erforderlich, man darf seinen Riechkolben bei der täglichen Gesichtspflege nur nicht vernachlässigen. Also jeden Morgen und Abend die Nasenhaut mit einem milden Reinigungsmittel säubern, mindestens einmal die Woche ein Peeling und vor dem langen Partywochenende eine Maske. Die Wirkung von letzterer hält zwar nicht lange an, erhöht aber die Chancen auf der Pirsch enorm.
Glänzende Nasen deuten auf eine allzu fettige Haut, der man am besten mit Puderpapieren zu Leibe rückt. Denn die hauchdünnen Blätter saugen überschüssiges Fett sofort auf. Bei einer sehr trockenen Nase greift man dagegen zu einer guten Feuchtigkeitscreme. Wichtig: Die Inhaltsstoffe wirken noch intensiver, wenn man sie einmassiert. Am besten mit einer 30-Sekunden-Massage auf dem Nasenrücken beginnen und von dort mit Zeige- und Mittelfinger nach außen streichen.
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März 26th, 2006
Die Bischöfe der anglikanischen Kirche der USA haben Anfang August die Wahl ihres ersten offen schwulen Bischofs mit knapper Mehrheit bestätigt. 62 der 107 Bischöfe stimmten für Gene Robinson.
Der 56-Jährige, der seit 14 Jahren mit einem Mann zusammenlebt und zwei Kinder aus einer früheren Ehe hat, war zuvor mit einer Zweidrittel-Mehrheit von der Synode gewählt worden. Seine Ernennung zum Bischof von New Hampshire sei “eine der feinsten Momente in der Geschichte der Kirche”, so Robinson.
Die Wahl hatte bis zuletzt für Furore und eher unfeine Momente gesorgt. So wurde die Abstimmung der Bischöfe wegen Vorwürfen verschoben, Robinson habe vor mehreren Jahren einen Mann auf einer Konferenz unsittlich berührt. Doch dabei handelte es sich nur um eine Art Schulterklopfen in der Öffentlichkeit, ergab eine Untersuchung des Bischofs von Massachusetts, Gordon Scruton. Auch der merkwürdige Vorwurf, eine Internetseite einer von ihm mitgegründeten Gruppe für homosexuelle Jugendliche führe über eine weitere Seite auf einen Link zu einem Porno-Anbieter, wurde fallengelassen.
Trotzdem herrschte nach der Wahl keine Ruhe: Konservative Kirchenmitglieder bedauerten die Entscheidung. Es solle bald über die Folgen entschieden werden, hieß es in einer Mitteilung, die auch von Kirchenvertretern aus Großbritannien, Südostasien, Afrika und Lateinamerika unterschrieben wurde. Liberale Kirchenvertreter haben bezweifelt, dass die angedrohte Spaltung ernst gemeint ist. Der Erzbischof von Coventry und spirituelle Führer der Anglikaner, Dr. Rowan Williams, sagte, vor der Kirche liegen nun “schwere Tage”. Vor allem für ihn: der liberale Bischof muss nun die Kirche zusammenhalten.
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März 26th, 2006
Der Regenbogen ist die Farbe der Schwulen, an der entsprechenden Flagge erkennt man die einschlägige Bar. Kein Wunder, dass der stolze Homo dann auch für seine Klamotten eine Farbe des Regenbogens wählt. Die Kleidungsfarbe entscheidet allerdings mit, wie Dein Gegenüber Dich einschätzt. Um Missverständnissen vorzubeugen, geben wir hier ein paar Tipps, in welchen Farben des Regenbogens Du Dich je nach Stimmung in der Szene zeigen solltest.
Ganz oben auf dem Regenbogen steht das Rot , Farbe der Optimisten, der Selbstbewussten, der Liebe. Du solltest rot tragen, wenn Du nach Partnern oder einfach Anerkennung suchst. Aber Vorsicht: Rot ist auch eine aggressive Farbe und zuviel des Guten, gemischt mit übermäßigem Alkoholkonsum, macht Dich schnell zum roten Teufel.
Da ist Orange schon unproblematischer. Gehst Du in dieser Farbe aus, wirst Du schnell Freunde finden. Orange wirkt kumpelhaft und lustig, daher aber auch etwas oberflächlich. Aber das reicht wohl für die meisten Szeneausflüge aus…
Gelb ist besonders in trüben Herbsttagen ein Renner, wenn die Stimmung gedrückt ist und Du sie heben kannst.
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